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Flensburger Tageblatt

25. Juni 2016 | 23:28 Uhr

Flensburg : Stadt vertreibt die Lumpensammler

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Technische Betriebszentrum in Flensburg nimmt sein Recht wahr, Altkleider-Container auf öffentlichen Flächen aufzustellen. Die Erlöse aus den oft ertragreichen Sammlungen sollen die Abfallgebühren der Stadt stabilisieren.

Gewundert habe er sich durchaus, sagt der ältere Mann aus Mürwik. „Plötzlich war der Altkleider-Container vor meinem Haus weg.“ Und nicht nur der: Seit Monatsbeginn sind zahlreiche weitere dieser Sammelbehälter in Flensburg verschwunden. Sie gehören verschiedenen gewerblichen Unternehmen, die seit Monatsbeginn nicht mehr auf öffentlichen Straßen und Plätzen Altkleider sammeln dürfen.

Seitdem pocht das für die Müllentsorgung zuständige Technische Betriebszentrum (TBZ) auf sein Recht, sich selbst um die Altkleiderentsorgung zu kümmern – dies ermöglicht das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz (wir berichteten). Denn so lässt sich in dem lukrativen Markt mit Altkleidern eine Menge Geld verdienen. Wie viel genau – das will TBZ-Sprecher Ralf Leese nicht sagen. Nur so viel: „Die möglichen zusätzlichen Erlöse dienen zur Stabilität der Abfallgebühren.“ Mit anderen Worten: Hoffnungen auf eine Senkung der Abfallgebühren sollten sich die Bürger nicht machen, umgekehrt ist vorerst auch nicht mit einer nennenswerten Erhöhung zu rechnen.

Mit der Sammlung der Altkleider hat das TBZ das im niedersächsischen Himmelpforten beheimatete Unternehmen Textil Recycling Nord beauftragt. „Auf unsere bundesweite Ausschreibung hin haben sich neun Unternehmen beworben“, berichtet Leese. Was den Ausschlag für Textil Recycling Nord gab, wollte Leese nicht mitteilen. Das Unternehmen stellt im Stadtgebiet die froschgrünen Sammelbehälter, sorgt für deren Leerung und Instandhaltung sowie die Weiterverwertung der Altkleider. Leese: „Bei der Wahl der neuen Standorte orientieren wir uns in erster Linie an den vorhandenen Altglas-Containern.“

Aktuell stehen 77 Container von Textil Recycling Nord auf öffentlichem Gebiet in Flensburg, bis Ende März sollen es 100 sein. Dies wären immer noch deutlich weniger als noch bis im Sommer vergangenen Jahres: Damals zählte das TBZ rund 200 Behälter vor allem von kommerziellen Sammlern auf öffentlichen und privaten Flächen.

Auf Privatgrundstücken dürfen auch weiterhin Gewerbetreibende Altkleider sammeln – sofern dies mit dem Grundstückseigentümer abgesprochen ist und die gesetzlichen Voraussetzungen für das Sammeln erfüllt sind. Erfreut darüber ist das TBZ nicht: Noch vor drei Monaten äußerte Wolfgang Herrenkind, Abteilungsleiter „Entsorgung“, die Hoffnung, auch diese Sammlungen verbieten zu können. „Die rechtliche Lage ist diesbezüglich noch nicht eindeutig geklärt“, sagte er damals.

Eine Sammelerlaubnis auch an öffentlichen Standorten besitzen dagegen karitative Organisationen, wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Dazu sagte Leese: „Das DRK darf ebenfalls Container aufstellen, wenn die erforderlichen Erlaubnisse erteilt wurden.“

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erstellt am 13.Mär.2014 | 08:37 Uhr

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