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Flensburger Tageblatt

30. Mai 2016 | 20:22 Uhr

Geld für den Sport : Stadion wird Investitions-Schwerpunkt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Anlage im Volkspark soll Profistandards erfüllen / Entwicklungsplan sieht Flensburgs Sportstätten im Vergleich mit anderen Städten im Nachteil

Das Stadion? Sanieren? Für 3,5 Millionen Euro? Mit der Ankündigung der Fusion der Fußball-Leistungsmannschaften des ETSV Weiche und von Flensburg 08 wurde Ende vergangener Woche von den beteiligten Vereinen die Information platziert, die Stadt werde für die Herrichtung des Stadions im Flensburger Volkspark viel Geld in die Hand nehmen. Üblicherweise geht Stadtkämmerer Henning Brüggemann bei derlei Vereinnahmungen entweder in Deckung oder in die Gegenoffensive. Doch diesmal war alles anders. Die Summe wollte der Bürgermeister nicht bestätigen („äh, das stimmt so nicht. . .“), die Absicht schon.

Die angekündigte Fusion der beiden Fußball-Klubs gewinnt angesichts der Erfolge des aktuellen Regionalliga-Zweiten ETSV Weiche an Wucht. Jahrzehnte stand der Fußball an der Förde im Schatten des Handballs, jetzt scheint mit einem Mal die dritthöchste deutsche Spielklasse möglich. Und damit auch erhöhte Anforderungen des Deutschen Fußball-Bunds an die Spielstätten.

Henning Brüggemann hat sich in Gesprächen mit Vereins- und Verbandsvertretern mit dieser Perspektive auseinander gesetzt. „Wir werden uns Gedanken um eine Spielstätte für die dritte Liga machen müssen“, sagt er auf Anfrage des Tageblatts. Der Gedanke, dass ein Flensburger Drittligist seine Heimspiele woanders als in Flensburg austragen könnte, gefällt ihm definitiv nicht. Die für die Anforderungen des Profifußballs am besten geeignete Sportstätte – da stimmt Brüggemann den Vereinen zu – ist einwandfrei das „kleine“ Volksparkstadion im Flensburger Stadtteil Fruerlund. Allerdings hütet sich der Flensburger Stadtkämmerer, mit Millionenbeträgen öffentlich zu jonglieren. Die vom Fußball ins Spiel gebrachte Zahl von 3,5 Millionen Euro jedenfalls will er nicht bestätigen. Brüggemann denkt eher an einen Stufenplan, um das Stadion profitauglich zu machen – und er will die Vereine mit in die Pflicht nehmen. „Wir müssen gucken, wie wir das finanzieren. Vielleicht geht auch was über die Namensrechte am Stadion, da ist auch Kreativität gefragt.“

Dass die Sanierung der teilweise baufälligen Anlage Geld kosten wird, ist Brüggemann bewusst. „Der Erfolg der ETSV-Fußballer und die für 2017 angekündigte Fusion erhöht den Takt für unsere Planung. Das Stadion wird in unserer künftigen Investitionsplanungen mit Sicherheit ein Schwerpunkt sein. Ich denke schon, dass wir dafür eine siebenstellige Summe benötigen werden.“ Nur welche Zahl die sieben Stellen anführt, das sagt Brüggemann nicht.

Das sagt auch Hans-Joachim Haut nicht, der Vorsitzende des Sportausschusses der Ratsversammlung. Haut rückt die Modernisierungsabsichten in den aktuellen politischen Rahmen. Vor zwei Jahren beschloss der Rat einen Sportentwicklungsplan, in dem der Zustand der Flensburger Sportstätten erfasst und der Investitionsbedarf beziffert werden sollte. Dieser Plan, so Haut, sei fertig und werde im April, spätestens im Mai auf die Tagesordnung der öffentlichen Diskussion in den Ausschüssen rücken. Dass Flensburgs zentrale und größte Freiluft-Sportstätte in dem Bericht eine wichtige Rolle spielt, steht für den SPD-Politiker außer Frage. Auch, dass Flensburg im Sportstätten-Vergleich mit anderen Städten des Landes viel Nachholbedarf hat. „Der Plan hat deutliche Defizite aufgezeigt. Da ist eigentlich allen Fraktionen klar geworden, dass Handlungsbedarf besteht.“ Zu Hauts Freude betrifft diese Erkenntnis nicht nur die Politik, sondern wohl auch die Verwaltungsspitze. Oberbürgermeister Simon Faber und Bürgermeister Henning Brüggemann hätten die Workshops zum Sportentwicklungsplan begleitet. „Da ist die Verwaltung offener geworden“, lobt Haut.

Das unter Denkmalschutz stehende Flensburger Stadion, das 1927 mit dem Volkspark errichtet wurde, genießt wegen seiner Vielseitigkeit und intensiven Nutzung als zentraler Anlaufpunkt im Osten Flensburgs gleichwohl Priorität. Aber auch die Politik mahnt, dass die Stadt die Kosten für ein Profi-Ansprüchen genügendes Stadion unmöglich alleine stemmen könne. „Die Vereine müssen dabei sein“, sagt Hans-Joachim Haut. „Auch finanziell.“

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erstellt am 10.Mär.2016 | 08:03 Uhr

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