zur Navigation springen

Jugendsportprojekt in Flensburg : Sportpiraten wollen wieder wachsen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Birken-Wäldchen neben heutigem Gelände im Visier der Skater und BMX-Fahrer / Chefpirat Dillmann hofft auf Bewegung bei der Stadt

Mehr als vier Jahre nach dem letzten Ratsbeschluss zur BMX-Parkerweiterung Schlachthof verlangen die Sportpiraten endlich Bewegung. „Unsere Motivation ist gar nicht, fertig zu werden“, sagt Dirk Dillmann und ergänzt: „Wir wollen aber weiter wachsen.“

Das Erweiterungsgelände ist von den Sportpiraten längst identifiziert: rund 4500 Quadratmeter nördlich und östlich des derzeitigen L-förmigen Geländes. Auf weiten Teile dieser Flächen hat sich in den Jahrzehnten der Nach-Schlachthof-Ära ein Wäldchen dürrer Birken entwickelt; am nördlichen Ende gibt es zwischen Stahlcontainern, an denen die Körbe festgemacht sind, ein leidlich geteertes Basketballfeld. Unter anderen geht es jetzt um die Frage, ob so eine Flora auf belastetem Untergrund eigentlich schützenswert ist. Mit anderen Worten: Die Situation ist nicht klar – das Projekt liegt auf Eis.

Soviel weiß Dillmann: „Im Boden sind Altlasten im Untergrund.“ Gutachten kennt er keine. Seine Strategie: „Aufschütten und drüberbauen.“ Und die Wünsche der Kinder könnten am Baumbestand angepasst werden.

Auf dem Erweiterungsgelände wünschen sich die Sportpiraten eine acht Meter breite Fläche für Skater und BMX-Fahrer mit Kantsteinen und Betonquadern sowie eine neue Asphaltdecke für das Basketballfeld: „Es wäre schön, wenn wir nach fast fünf Jahren mit der Stadt einen gemeinsamen Plan machen könnten“, sagt Dillmann.

Zugesagte Fördermittel liegen längst bereit: 30  000 Euro aus Glücksspielmitteln hat der Innenminister zugesagt. Insgesamt 100  000 Euro stünden zur Verfügung, hat Dillmann ausgerechnet. Darunter sind zum Beispiel 10  000 Euro von der Provinzial-Versicherung, bei der die Sportpiraten vor drei Jahren eine Bolzplatz-Initiative gewannen. Auch dieses Geld konnte bei all den offenen Fragen nicht verbaut werden.

Dabei findet man in Projektskizzen des Sanierungsträgers oder Stellungnahmen der städtischen Gesundheitsförderer nur lobende Worte für den Schlachthof und seine Funktion weit über die Jugendlichen in einem lange vernachlässigten Stadtteil hinaus. Der Schlachthof entwickele sich „zu einem positiven Impulsgeber für das Gesundheitsverhalten der jüngeren Bevölkerung und auch spezieller, oft schwer erreichbarer Zielgruppen“, schrieb Gesundheitsförderer Michael Kraus bereits vor zwei Jahren. Seit Neuesten geben die Sportpiraten Schatzbriefe für Spender aus. Jüngste Spende: Die Rotary-Jugendorganisation Rotaract übergab 1300 Euro – und erhielt dafür einen Schatzbrief über 52 Quadratmeter des Birkenwäldchens – symbolisch, versteht sich.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 13.Mär.2017 | 06:17 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen