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Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 17:22 Uhr

Spitzenpreise für neue Wohnungen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Grundstücksmarktbericht 2015 soll für Transparenz im Dickicht der Immobiliengeschäfte sorgen

Die höchsten Quadratmeterpreise werden in Flensburg nicht mit Einfamilienhäusern, sondern mit Eigentumswohnungen in sehr guten Wohnlagen erzielt. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2015 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Flensburg hervor. Im Schnitt sind 3400 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zu zahlen, hat er berechnet. Das gelte für Wohnlagen auf der Westlichen Höhe und in Solitüde, wo allerdings kaum Wohnungen verkauft werden, sowie in Sonwik, am Wasserturm und direkt am Hafen (Werftkontor, Klarschiff), und zwar jeweils für erstverkauftes Wohneigentum.

Wie kein anderes Gremium hat der Gutachterausschuss Einblick in das, was auf dem Immobilienmarkt läuft. Sobald irgendwo eine Immobilie – und damit ein Grundstück oder ein Teil davon – verkauft wird, erhält er eine Kopie der notariellen Beurkundung. Die Kopien werden in einer „Kaufpreis-Sammlung“ erfasst und ausgewertet. Grundlage sind mithin die tatsächlich erzielten Preise und nicht etwa Wünsche und Forderungen in Anzeigen oder Aushängen. Jetzt hat der Ausschuss seinen Bericht für 2015 veröffentlicht.

Der Gesamtumsatz ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gewachsen – auf insgesamt 341,7 Millionen Euro, das heißt 25 Prozent mehr als 2014. Darin sind auch Zwangsversteigerungen, Verkäufe unter Verwandten und Tauschgeschäfte enthalten. Zieht man diese ab, kommt man auf 323,4 Millionen. Das extrem starke Wachstum sei aber zumindest teilweise durch einmalige Besonderheiten wie der Kauf eines großen Paketes von Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern, erläuterte Johannes Matthiesen, Landesamt für Vermessung und Geoinformation.

Frei stehende Einfamilienhäuser erzielten 2015 mittlere Kaufpreise in Höhe von 223  000 Euro (Baujahre 1950-1974), 238  000 Euro (1975-1989) und 303  000 Euro (1990-2011). Die entsprechenden Quadratmeterpreise liegen bei 1560, 1700 beziehungsweise 2020 Euro; dies entspreche einer mittleren Steigerung um rund vier Prozent pro Jahr.

Bei Doppelhaushälften und Reihenhäusern sind die Zahlen kleiner: 1310 (1950-1974), 1540 (1975-1989) beziehungsweise 1850 Euro/Quadratmeter (1990-2011). In den zurückliegenden vier Jahren sind diese Werte um rund fünf Prozent pro Jahr gestiegen.

Die niedrigsten Preise wurden 2015 für Eigentumswohnungen aus den Jahren 1950 bis 1974 gezahlt. 1050 Euro wurden hier laut Bericht pro Quadratmeter bezahlt, bei einer durchschnittlichen Wohnungsgröße von 70 Quadratmeter. Einen Sprung nach oben auf 1600 Euro macht der Preis bei neueren Wohnungen ab 1990.

Der Bericht zeigt auch, dass unbebaute Grundstücke offenbar immer knapper werden in Flensburg. Wurden 2011 noch Grundstücke im Wert von 16,6 Millionen Euro verkauft, waren es 2015 nur noch 7,5 Millionen – der niedrigste Wert der letzten fünf Jahre.

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erstellt am 21.Aug.2016 | 13:03 Uhr

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