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Flensburger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 14:31 Uhr

Mittelangeln : SPD-Abweichler: „Auf Sörup zugehen“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Gemeindevertreter Manfred Madsen kritisiert die Informationspolitik seiner Heimatgemeinde Mittelangeln. Bürgermeister Bernd Karde weist Vorwurf der mangelnden Bereitschaft zur Zusammenarbeit zurück.

Die Gemeindevertretung Mittelangeln zeigt sich unberührt vom Austrittswunsch der Gemeinde Sörup aus dem Amt Mittelangeln. Weder der Bürgermeister noch die Fraktionen sahen sich zunächst veranlasst, in der Gemeindevertretersitzung Stellung zum Söruper Vorgehen zu beziehen. Es war Mittelangelns „Enfant terrible“ Manfred Madsen (SPD), der unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ das Thema aufgriff und der Gemeinde mangelnde Informationsbereitschaft zur Thematik vorwarf.

Sein dramatischer Vorwurf an die Verantwortlichen: Seit der Söruper Antragstellung auf Einführung eines Amtsdirektors auf Amtsebene habe es genügend Zeit und Gespräche gegeben, um gegenüber Sörup und Schnarup-Thumby zu zeigen, dass man zu Zugeständnissen bereit sei. Als Grund für dieses Verhalten der eigenen Vertretung sieht Madsen die Wahrung von Besitzständen. Diese Entwicklung sehend, habe er sich im Amtsausschuss entsprechend verhalten und dem Söruper Antrag auf Einstellung eines Amtsdirektors zugestimmt. „Nun kommt starker Tobak auf uns zu“, prophezeite Madsen, weil die Stimmenkonstellation keine konstruktive und zielführende Kooperation im Amtsausschuss zulasse. Wer auf Söruper Einsichten und Verzichtserklärungen setze, habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Im weiteren Verlauf erhob Madsen heftige Vorwürfe gegen den Vertreter der Wählergemeinschaft Dietmar Gräwe. Er sei Auslöser der Misere, weil er in einem Gespräch in Sörup den Vorschlag einbrachte, die hauptamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Mittelangeln solle zugleich die Leitung der Verwaltung übernehmen. „Die Söruper konnten sich auch in der Einstellung eines hauptamtlichen Bürgermeisters in Mittelangeln nicht wiederfinden“, argumentierte Madsen und appellierte an die Gemeindevertreter, die Blockadehaltung in Richtung Sörup und Schnarup-Thumby zu überdenken und durch vertrauensbildende Maßnahmen zum Ziel eines gemeinsamen Unterzentrums beizutragen.

Die Gemeindevertreter Mittelangelns zeigten sich von Madsens Attacke sichtlich irritiert. CDU-Sprecher Thorsten Jansen bezeichnete es als Riesenfehler, Madsen nicht auch als stellvertretenden Bürgermeister abgewählt und in „die Wüste“ geschickt zu haben. Jansen warf Madsen Scheinheiligkeit vor.

„Ob Michael Heilmann und ich uns falsch verhalten haben, mögen andere beurteilen“, entgegnete Dietmar Gräwe (FWM) und forderte dazu auf, seine Einlassungen in Sörup genau zu lesen.

Mit Entschiedenheit wehrte sich Bürgermeister Bernd Karde gegen den Vorwurf, mangelnde Bereitschaft zur Zusammenarbeit gezeigt zu haben.

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