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Flensburger Förde : Sicherheitsrichtlinie für Traditionsschiffe: Gegenwind für Alexander Dobrindt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

CDU-Abgeordnete aus SH fordern die Rücknahme der neuen Richtlinie. Ihr CSU-Kollege soll mit den Dachverbänden sprechen.

Flensburg | Verkehrsminister Alexander Dobrindt macht sich an den deutschen Küsten gerade wenig Freunde. Die Verschärfung der Sicherheitsrichtlinie für Traditionsschiffe gefährdet das maritime Erbe in seinem Bestand, klagen die Kritiker. Jetzt machen dem Bayern die eigenen Parteifreunde Dampf. Die Bundestagsabgeordnete Sabine Sütterlin-Waack (Schuby) und der Flensburger CDU-Landtagskandidat Arne Rüstemeier fordern Dobrindt in einer gemeinsamen Presseerklärung zur Rücknahme der Richtlinie auf. Grundlage ihres Vorstoßes ist ein Gespräch, das die beiden Politiker mit Frank Petry, Geschäftsführer des Historischen Hafens Flensburg und Vorstandsmitglied des Alexandra-Fördervereins geführt haben.

Durch die neue Sicherheitsrichtlinie ist die Traditionsschifffahrt in Gefahr. Auch der Windjammerparade in Kiel droht das Aus.

In ihrer Presseerklärung machen sich beide Politiker Petrys Position zu eigen. Der aktuelle Entwurf nehme trotz einiger Nachbesserungen zu wenig Rücksicht auf die meist ehrenamtliche Betreuung von Traditionsschiffen. Die Besatzungen seien in der Regel erfahren, würden aber teilweise durch älteres Personal mit teilweise gesundheitlichen Einschränkungen gestellt. Die ehrenamtliche Sicherstellung des Betriebs kollidiere mit den Bestimmungen der Richtlinie, die eine regelmäßige Überprüfung der Seediensttauglichkeit nach den Standards der Berufsschifffahrt vorgibt.

Die „Alexandra“ beispielsweise verfüge nur über maximal fünf Ruhestands-Kapitäne mit Traditionsschifferschein, von denen drei nur gelegentlich zur Verfügung stehen. Hier wirken sich die Richtlinien existenzgefährdend für das Schiff aus, selbst wenn die gesundheitlichen Anforderungen nur auf die Mindestbesatzung aus Kapitän, stellvertretenden Kapitän und Maschinist angewandt werden, heißt es in der Mitteilung. Es gehe hier aber nicht nur um die Existenz einzelner Schiffe, sondern um die Traditionsschifffahrt insgesamt. Flensburg habe eine reiche Tradition an maritimen Veranstaltungen wie „Dampf Rundum“, „Rum-Regatta“ oder den „Nautics“, die zig-Tausende Besucher anzieht, so Sütterlin Waack und Rüstemeier.

Sie fordern den CSU-Minister auf, darzulegen, worin der von Dobrindt behauptete „ausreichende Spielraum für den Betrieb von Traditionsschiffen“ liege, wenn sie wegen der harten gesetzlichen Anforderungen oder des vom Gesetzgeber ausgelösten erheblichen finanziellen Aufwands durch Umbauten oder Qualifizierung nicht mehr betrieben werden können. Sie fordern: Im Interesse Flensburgs, aber auch der Kieler Woche mit ihrer gefährdeten Windjammer-Parade soll Dobrindt wieder in Gespräche mit dem Dachverband der Traditionsschiffe beziehungsweise der Museumshäfen eintreten und die Sicherheitsrichtlinie erneut beraten.

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erstellt am 03.Mär.2017 | 10:37 Uhr

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