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Flensburger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 22:19 Uhr

Seminarräume auf dem Parkplatz

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die langfristig vom Land bestellten Flüchtlingscontainer sollen nun den Flensburger Hochschulen helfen – wenn auch mit leichter Verspätung

Den nächsten Wachstumsschritt plant der Hochschulcampus seit Frühjahr – mit jenen Containern, die das Innenministerium auf dem Zenit der Flüchtlingskrise bestellte, nun aber nicht mehr braucht. Doch ganz so einfach ist der für die Flensburger Hochschulen kostenlose Containerdeal mit der Landesregierung nicht. Aus der geplanten großflächigen Campus-Container-Büro- und -Seminarraumwelt wird ein stotternder Start, der von Ende Oktober bis Mai dauern soll. „Es hakt deshalb, weil der Hersteller Zeit bei der Produktion und Aufstellung der Container braucht“, sagt Eugen Witte vom Kieler Finanzministerium, zusammen mit der Landesbauverwaltung GMSH für die Container zuständig.

Uni-Kanzler Frank Kupfer war seinerzeit etwas schneller als die Hochschule – auch weil das Land signalisiert hatte, dass er keine zusätzlichen Flächen im Telekom-Gebäude anmieten müsse – was eine sehr viel teurere Lösung geworden wäre. Deshalb beliefert Kiel die Uni nun vor der (Fach-)Hochschule: „Zwei Container a 400 Quadratmeter mit sechs Seminarräumen werden Mitte Oktober erwartet, so dass wir bis zum Semesterstart am 24. Oktober zwölf neue Seminarräume fertig haben möchten“, sagt Uni-Sprecherin Kathrin Fischer. Acht weitere Container für die Europa-Uni sollen bis Weihnachten folgen: „Für die zehn Einheiten werden zehn Wochen gebraucht zum Aufstellen“, sagt Ministeriumsmann Witte.

Die meisten Uni-Container sollen auf jenem Hügel südlich des Uni-Erweiterungsbaus stehen, der einst für die Flüchtlingserstaufnahme des Landes reserviert war – insgesamt sechs 400er-Einheiten, jede mit vier kleineren Seminarräumen, zwei Büros und einem Sanitärbereich. Kanzler Kupfer schätzt, dass die Uni ihre Gebäudeflächen mit der Containerlösung um mehr als zehn Prozent steigern kann. Unklar ist, wann mehr Schulabgänger zusätzlich Druck auf die Hochschulen ausüben: „Es zeichnet sich ab, dass der doppelte Abiturjahrgang sich in diesem Jahr noch nicht auswirkt“, sagt Sprecherin Fischer. Aber auch ohne doppelte Absolventenzahl zählte die Uni im vergangenen Herbst 1671 Erstsemester – unwahrscheinlich, dass es nun weniger werden.

Für die Hochschule an der Kanzleistraße kommen die Studiercontainer nicht mehr schnell genug – jedenfalls nicht fürs am Montag startende Wintersemester mit mit als 1000 Studierenden. „Wir werden während des Wintersemesters alle Aufstellungs-, Anschluss- und Ausstattungsarbeiten durchführen und planen die Inbetriebnahme zum Sommersemester 2017“, sagt Kanzlerin Sabine Christiansen. Sie freue sich über die Möglichkeit, kurzfristig die bestehenden Kapazitätsengpässe zumindest in Teilen beheben zu können – wenn auch befristet. „Die verspätete Aufstellung ist bedauerlich, wird den Betrieb aber nicht gefährden.“ Eine weitere Verzögerung müsse jedoch vermieden werden: „Wir platzen aus allen Nähten“.

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erstellt am 08.Sep.2016 | 07:18 Uhr

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