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Flensburger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 03:34 Uhr

Landgericht Flensburg : Schwere Brandstiftung: 23-Jähriger will Bewährungsstrafe

vom
Aus der Onlineredaktion

2015 soll der alkoholkranke Mann ein Mehrfamilienhaus in Brand gesetzt haben. Der Schaden betrug 180.000 Euro.

Flensburg | Vor dem Flensburger Landgericht hat am Montag der Berufungsprozess gegen einen 23 Jahre alten Mann begonnen, der in Gelting (Kreis Schleswig-Flensburg) den Dachstuhl eines Hauses in Brand gesetzt haben soll. Der Angeklagte möchte in dem jetzigen Verfahren eine Umwandlung der Haft- in eine Bewährungsstrafe erreichen, um eine stationäre Alkoholentzugstherapie machen zu können. Der Mann war vom Amtsgericht Flensburg im April in erster Instanz zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten wegen schwerer Brandstiftung verurteilt worden, weil er im Herbst 2015 mehrere Brände gelegt hat.

Unter anderem setzte er dem erstinstanzlichen Urteil zufolge unter Alkoholeinfluss den Dachstuhl des Mehrfamilienhauses in Brand, in dem er selbst wohnte. Dabei entstand ein Schaden in Höhe von rund 180.000 Euro.

Die für die Verhandlung geladenen Zeugen waren zunächst wieder abgeladen worden, da laut Kammer eine Verständigung zwischen den Prozessbeteiligten geprüft werden sollte. Der Angeklagte, der unter strengen Auflagen seit 1. September 2016 aus der U-Haft entlassen ist, sei gewillt, eine stationäre Therapie zu machen, sagte der Richter. Dafür muss die Strafe aber in eine Bewährungsstrafe umgewandelt werden, da es sonst keinen Therapieplatz gibt.

Am Montag konnte der Angeklagte allerdings keinen konkreten Zeitplan vorlegen, wann die Therapie starten kann und ob die Kosten übernommen werden. Bis Donnerstag soll der Mann entsprechende Bestätigungen nun vorlegen. Dann wird geprüft, ob eine Verständigung möglich ist oder ein normales Hauptsacheverfahren stattfindet.

Richter und Staatsanwaltschaft mahnten den Angeklagten, bis zum nächsten Termin konkrete Planungen vorzulegen. Es gebe bisher nicht einmal einen schriftlichen Antrag auf Aufnahme in eine stationäre Einrichtung, sagte der Richter. Über eine bewährungsfähige Strafe könne im Rahmen einer Verständigung aber nur dann gesprochen werden, wenn es ein Konzept zur stationären Therapie gebe. Einzig die Aussicht auf einen Therapieplatz ist der Staatsanwaltschaft zu vage.„Das Damoklesschwert der nichtbewährungsfähigen Strafe schwebt nach wie vor über ihnen“, sagte der Staatsanwalt. Ohne ein konkretes schlüssiges Konzept werde die Staatsanwaltschaft wie in der ersten Instanz eine Haftstrafe fordern.

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erstellt am 10.Okt.2016 | 12:20 Uhr

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