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Flensburger Tageblatt

31. Oktober 2014 | 06:31 Uhr

Stadt ohne Plan : Schützenhof: Wohnen statt Fußball

vom

Vorschlag aus der WiF-Fraktion: Verkauf und Bebauung der Sportanlagen, neuer TSB-Sportplatz an der Finkenstraße / Stadt hat keine Pläne

Flensburg | Der VfB Nordmark bangt angesichts städtischer Planungen im Bahnhofsumfeld um seine Existenz. Aber auch Flensburgs größter Sportverein, der TSB, hadert mit dem Rathaus, weil vor allem die Sportanlagen am Schützenhof seit Jahren auf eine durchgreifende Sanierung warten. Jetzt tritt der WiF-Ratsherr Elmar Westphal mit einer Idee auf den Plan, die aus seiner Sicht den Charakter einer "Wunderlösung" hat, weil sie nicht nur neue und bessere Platzkapazitäten für den TSB schafft, sondern auch der Wohnraum-Knappheit in Flensburg begegnet.

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Im Mittelpunkt der Idee steht die Sportanlage Schützenhof auf der Westlichen Höhe. Da gibt es aus Sicht des TSB einen "riesigen Sanierungsstau" bei den sanitären Anlagen, wie der Abteilungsleiter Fußball, Ingo Nommensen, sagt. Die Anlagen seien mangelhaft und bereiten dem Club "allergrößte Sorge". Die TSB-Fußballer wünschen sich einen Kunstrasenplatz der dritten Generation, wie es ihn im Süden des Landes in vielen Orten, im Norden bislang aber nur in Breklum gibt. Während ein Naturrasenplatz 700 Stunden Fußball pro Jahr verträgt, könnten auf einem Kunstrasen 2500 Stunden gespielt werden. Ein derartiger Platz entlaste zudem die Hallen, in die ab Herbst die Fußballvereine drängen; auf Kunstrasen kann, zumal unter Flutlicht, länger gespielt werden als auf Naturrasen.

WiF-Ratsherr Elmar Westphal, Mitglied im Planungsausschuss, hat sich den Kopf zerbrochen, wie man die Bedürfnisse des Sportvereins lösen kann, ohne dass es für die Stadt teuer wird. Sein Plan: Verkauf der etwa 2,4 Hektar großen Fläche am Schützenhof mit dem Ziel, dort Wohnbebauung entstehen zu lassen. Die Fläche fand sich 2007 in der von der Stadt erstellten Liste der Prüfflächen für mögliche künftige Wohnbebauung. Westphal schätzt, dass mit einem Schwerpunkt bei Geschosswohnungsbau hier Wohnraum für einige hundert Menschen entstehen könnte. Er ist optimistisch und schätzt, dass die Fläche 2,4 Millionen Euro in die Stadtkassen spülen könnte.

Mit dem eingenommenen Geld könnte die Stadt, so Westphals Idee, auf einer Brachfläche an der Finkenstraße neben dem vorhandenen Sportplatz der Comenius-Schule einen neuen Platz bauen lassen, womöglich sogar einen weiteren als Kleinfeld. Entweder sollte der neue Platz an der Finkenstraße oder ein vorhandener auf dem TSB-Stammgelände an der Eckener-Straße als Kunstrasenplatz gebaut werden. "Das Gebiet an der Comenius-Schule ist in etwa gleich weit vom TSB-Zentrum an der Eckener-Straße entfernt wie der Schützenhof", so Westphal in seiner Ideenskizze, "läge aber zusammen mit der Schule zentraler im Nordbereich der Stadt, dem sich der TSB laut eigener Aussage besonders verpflichtet fühlt."

Ingo Nommensen schätzt den Preis eines neuen, modernen Kunstrasenplatzes auf rund 450 000 Euro. "Da haben Sie dann aber auch 15 Jahre Ruhe", sagt der Fußball-Obmann. Er deutete an, dass der Verein bei einer Investitionsentscheidung der Stadt in einem begrenzten Rahmen in Vorleistung gehen könnte.

Die Stadtplanung selbst zeigte sich überrascht von Westphals Vorstoß. "Es gibt bisher keine konkreten Pläne für den Schützenof", sagte Fachbereichssprecher Thomas Hansen. Das Immobilienmanagement der Stadt habe sich noch nicht mit einem Verkauf des Areals befasst.

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erstellt am 19.Sep.2012 | 06:42 Uhr

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