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Flensburger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 15:34 Uhr

Deutsch-dänisches Schulprojekt in Flensburg : Schüler der Ostseeschule wollen die Ochseninsel mit Leben füllen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Für die Bewerbung hat sich die Schule Partner ins Boot geholt - trotzdem sind sie nicht die einzigen Interessenten.

Flensburg | Seit dem Sommer ist eine vor Flensburg gelegene Perle der dänischen Südsee verwaist: Ende Juli verließ der Flensburger Rüdiger Fleck als letzter einer einst fünfköpfigen Pächtergruppe die Große Ochseninsel. Erst gab es Querelen innerhalb der Gruppe, am Ende Ärger mit den dänischen Behörden, die Zukunft des Eilands war mit einem Mal ungewiss. Jetzt gibt es wieder eine viel versprechende Option. Ein deutsch-dänisches Schulprojekt will die Insel wieder mit Leben erfüllen.

Die Ochseninseln waren immer ein beliebtes Ausflugsziel. Doch seitdem der Fährbetrieb eingestellt wurde, ist das Schicksal der Insel ungewiss.

Auf Anfrage bestätigte Ulrich Dehn, Leiter der Flensburger Ostseeschule, Gerüchte, die bereits im Sommer die Runde machten. „Wir haben uns mit der Nydamschule um die Pacht beworben“, so Dehn auf Anfrage. Der Schulchef hat eine interessante Bewerbergruppe formiert. Mit der Nydam Skole weiß er eine Geistesverwandte mit im Boot, zu der seit fünf Jahren enge partnerschaftliche Beziehungen bestehen. Das große Pfund beider Partnerinnen aber dürfte eine Hamburger Stiftung mit Außenstelle in Kiel sein, die sich der maritimen Welt verschrieben hat: die Lighthouse-Foundation.

Die Stiftung wurde vor 16 Jahren mit einem von der Hamburger Wirtschaft eingebrachten Kapital von 25 Millionen Euro gegründet. Sie verfolgt als Ziele weltweit die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Lehre, Kultur, Umwelt und Entwicklungshilfe in Bezug auf die Meere und Ozeane. Die Ostseeschule ist bereits seit vergangenem Jahr mit Schülerinnen und Schülern Teil des Stiftungsprojekts „Küstenwächter“, in dem junge Menschen für die Wahrnehmung ihrer Meeresumgebung sensibilisiert werden. Mit dem Hamburger Hochsee-Ewer „Providentia“, dessen Restaurierung kurz vor dem Abschluss steht, bringt die Ostseeschule ein weiteres ehrgeiziges Projekt in den maritimen Pool ein.

Nun ist es nicht so, dass die deutsch-dänische Gemeinschaft die einzige Bewerbung geschrieben hätte. Gorm Casper, Chef der Tourismus-Agentur Flensburger Förde (TAFF), hat ein sehr großes Interesse an der Entwicklung der touristisch hochinteressanten und viel nachgefragten Insel vor Sønderhav. Gleich nach dem Auszug des letzten Bewohners klopfte er mit seinen dänischen Tourismus-Partnern bei Naturstyrelsen an. „Die sollte man nicht lange vernachlässigen“, sagt er. Gleichwohl hielt sich die Naturbehörde bedeckt – wohl auch, weil man die zwölfjährige deutsche Besiedelung nicht durchgängig als gelungenes Projekt bewertet. Casper wurde mitgeteilt, dass sich nach dem Auszug der Pächter gut 30 Bewerber gemeldet hätten, eine Eilentscheidung aber nicht zu erwarten sei. „In Dänemark will man sich grundsätzlich Gedanken über die künftige Richtung machen“, so Casper.

Trotzdem geht die deutsch-dänische Bewerber-Crew sehr selbstbewusst in dieses Verfahren. Schon nach den Herbstferien, so Dehn, wollen die beiden Schulen und die ihnen verbundene Stiftung ihr Konzept für die Große Ochseninsel vorstellen. Details will der Schulleiter vorher nicht nennen. Die grundsätzlichen Bedingungen der Behörde – verlässlicher Betrieb von Gastronomie, Hafen, Bootswerft, Fähre und Landwirtschaft – würden erfüllt, verspricht Dehn. Auch hier kann er auf seinen weltweit erfahrenen Stiftungspartner verweisen – die Lighthouse Foundation ist immerhin schon im Besitz einer Insel: 2008 ersteigerte die Stiftung aus Bundesbesitz die Lotseninsel an der Schleimündung und betreibt sie seither mit Sportboothafen, Seminarhaus und der legendären Gaststätte „Giftbude“.

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erstellt am 11.Okt.2016 | 08:12 Uhr

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