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Flensburger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 10:53 Uhr

Hochschule : Schon wieder ein Rücktritt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ehemaliger Vize übt im Senat deutliche Kritik an der strategischen Ausrichtung / Watter: „Veränderungsprozess“

Es gärt unter dem Dach der Hochschule Flensburg. Der Rücktritt des für Strategie zuständigen Vizepräsidenten Klaus Hoefs wirft Fragen auf und macht deutlich, dass die frühere Fachhochschule, die vor kurzem das „Fach“ aus ihrem Namen gestrichen habt, derzeit in unruhigem Fahrwasser unterwegs ist.

Gegenüber dem Flensburger Tageblatt äußerte sich Hoefs zurückhaltend zu den Gründen seines Rücktritts. In der Frage der strategischen Ziele der Hochschule habe es unterschiedliche Auffassungen zwischen ihm und dem Präsidenten Holger Watter gegeben. In einer Pressemitteilung hatte die Hochschule am Mittwoch sowohl gesundheitliche als auch sachliche Gründe genannt.

Auf der öffentlichen Sitzung des Senats am Mittwoch hatte Hoefs jedoch Klartext gesprochen. Da hatte er deutlich gemacht, dass er mit der strategischen Ausrichtung nicht mehr konform gehe und diese nicht mehr mittragen könne. So kritisierte er, wie das Tageblatt aus gut unterrichteter Quelle erfuhr, dass die Internationalisierung der Hochschule völlig brach liege. Diese liege in der Verantwortung des Präsidenten, seit der Vizepräsident für Internationalisierung, Manfred von Schilling, bereits im November 2015 von seinem Posten zurückgetreten war. Ehrgeizige Projekte in Afrika würden keinerlei Support aus dem Präsidium bekommen, so Hoefs. Die Wirtschaftsinformatik der Hochschule betreibt ein Kooperationsprojekt in Namibia, auch habe man dort ein Logistik-Center auf den Weg gebracht. Zudem bemängelte Hoefs im Senat die Akquirierung von Studienanfängern – obwohl die Hochschule in den vergangenen Jahren auf 4000 Studierende gewachsen ist. Hier könne deutlich mehr geschehen, vor allem vor dem Hintergrund, dass hierfür Mittel aus dem Hochschulpakt zur Verfügung stehen.

Als dritten Punkt nannte der scheidende Vizepräsident die Innovationsfähigkeit der Hochschule. In der Entwicklung neuer Studiengänge und weiterer Forschungsschwerpunkte hänge die Hochschule hinterher: „Da passiert zu wenig“, so Hoefs im Senat. „Wenn Unfug passiert, dann muss man das auch mal Unfug nennen.“

Offenkundig steht Präsident Holger Watter zunehmend in der Kritik. Er selbst äußerte sich vorsichtig zum Rücktritt seines Strategie-Vizes. Vor dem Hintergrund des starken Wachstums der Studentenzahlen von 2500 auf 4000 sprach Watter von einem „Veränderungsprozess“, der in Gang gekommen sei und die weitere Entwicklung der Hochschule bestimmen werde. Dies sei bei einem Teil der Belegschaft auch angekommen, aber noch längst nicht bei der gesamten.

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erstellt am 22.Jul.2016 | 08:58 Uhr

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