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Flensburger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 21:49 Uhr

Schlepper macht den Hafen flott

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit das alte Arbeitsschiff nach Flensburg kam, steigen die Mitgliederzahlen im Förderverein / Chartergeschäft läuft gut

Ob für Einheimische oder Urlauber: Noch mehr als während des übrigen Jahres bilden Innenförde und Hafen in den Sommerferien das Herz Flensburgs. Grund genug, um ein paar Hauptdarsteller und Geheimtipps auf dem Wasser in einer Serie unter die Lupe zu nehmen. Zum Auftakt: Schlepper Flensburg – eine der jüngsten Attraktionen des Historischen Hafens. Das ist Technik aus der Zeit, als Opa noch jung war. Nix Schaltkreise, nix App, nix Software. Aber dafür Ventilstößel, mechanische Wippen und Federn, die das Herz des technischen Dinosauriers im Takt halten. Dieses Herz schlägt im Innern des Schleppers Flensburg, und die Bewegung der offen sichtbaren, alten Technik ist so schön, dass man ihr lange zuschauen kann.

Seit der Schlepper vor zwei Jahren im Flensburger Hafen ein neues Zuhause fand, hat er hier eine gute Zeit gehabt und die Attraktivität der musealen Flensburger Goldküste – des historischen Hafens – gesteigert. Auf die Frage „Wie geht’s denn dem Schlepper“, kommt es von Hafenkapitän Frank Petry ganz salopp: „Er tuckert so vor sich hin.“ Das umschreibt einen guten Gang der Dinge. Seit die Crew um Vorbesitzer Alfred Mantwitz aus Glückstadt das zunehmende Alter der Mannschaft zum Anlass nahm, die „Flensburg“ in die Hände der Flensburger Museumsschiffer zu geben, geht es aufwärts. In den Förderverein „Motorgüterschiff Gesine“, unter dessen Dach die „Flensburg“ aufgenommen wurde, traten zusätzliche Mitglieder ein, deren Interesse vor allem dem Schlepper gilt. Inzwischen ist der Name des Vereins auch um den Zusatz „...und Schlepper Flensburg“ erweitert worden.

An Bord ist die Zahl der helfenden Hände angestiegen. Sicher, man kann nie genug davon haben, sagt Petry. Aber der aktuelle Zustand ist durchaus zufriedenstellend. Gearbeitet wird jeden Dienstag und jeden Freitag von 10 bis 13 Uhr.

Und zu tun ist einiges. Zwar schiebt Schlepper Flensburg keinen so großen Sanierungsstau vor sich her, wie manches andere Museumsschiff. Die Arbeiten im Frühjahr waren noch im üblichen Umfang: Aufslippen, Unterwasserschiff reinigen, Aufbringen neuer Opfer-Anoden, Anstrich.

Trotzdem bleibt noch einiges zu tun. Petry: „Die Elektrik ist eine große Baustelle.“ Kabel und Kontakte sind wie der Antrieb aus den späten 40er Jahren. Und da geht schon mal die eine oder andere Isolation über den Jordan. Um das nicht bei einer Charterfahrt zu erleben, ist jetzt die Crew damit beschäftigt, die Elektrik zu erneuern. Dabei muss nicht auf irgendwelche Denkmalschutzvorgaben geachtet werden, denn der Schlepper ist kein Denkmal.

Gut hat sich inzwischen das Charter-Geschäft entwickelt. Der Schlepper bietet 35 Plätze an Bord, eine Stunde kostet 250 Euro, zwei Stunden sind das Minimum für eine Charterfahrt. Die kann in die Innenförde führen, zum Beispiel rund um die Ochseninseln. Dafür ist der Tiefgang des Schleppers unproblematisch.

Nur eines ist seit der Übergabe der „Flensburg“ nicht mehr geschehen: Die alte Crew aus Glückstadt war seitdem nicht mehr in Flensburg, um mit dem Schiff auf Fördetour zu gehen.

 

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erstellt am 31.Jul.2016 | 08:43 Uhr

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