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Flensburger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 13:35 Uhr

Pädagogik : „Schleimer-Tag“ und Hochbegabung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine ehemalige Schulleiterin und zwei Gymnasiasten aus Flensburg haben in Bad Segeberg Lernen mal ganz anders erlebt

Von der Donau als Brücke zum Balkan bis zur Fauchschabe: Annika Seeck und Sören Drewniok haben ihre Sommerferien auch genutzt, um zu lernen. Die Gymnasiasten der Goethe-Schule hatten sich erfolgreich für die zehntägige Juniorakademie in Bad Segeberg beworben und sind gerade wieder zurück. „Zum Glück ist es ja keine Schule“, sagt die zwölfjährige Annika gleich und hat in ihrem Motivationsschreiben unter anderem ihre unzähligen Hobbys verewigt, darunter Kampfsport und Nähen, Reiten und Schwimmen. Sören hat sich bei der Bewerbung auf seinen älteren Bruder und dessen erfreuliche Erzählungen berufen, der das verwandte Förderprogramm (für Acht- bis Zehntklässler) in St. Peter-Ording besucht hat. Jetzt kann der 13-Jährige aus eigener Erfahrung vom „entspannteren Lernen mit Gleichgesinnten“ und guter Atmosphäre berichten.

Annika und Sören zählten zu den 60 Teilnehmern der fünften Junior-Akademie. 90 Bewerbungen gab es, weiß Gisela Walter, wobei die Noten nicht unbedingt den Ausschlag für die Auswahl geben. Die ehemalige Schulleiterin der Goethe-Schule hat die pädagogisch-wissenschaftliche Leitung übernommen. Sie sei kurz vor ihrer Pensionierung im Jahr 2013 gefragt worden und empfindet ihr Engagement als „eine dankbare Aufgabe“. Nur in Schleswig-Holstein, weiß Walter, gebe es dieses Förderprogramm im Rahmen der Deutschen Juniorakademien schon für die Zielgruppe der Klassen 6 und 7. Als Ziele führt sie unter anderem das selbstgesteuerte und selbstorganisierte Lernen beziehungsweise das forschende Arbeiten in Gruppen auf.

Vormittags sei es immer hinaus „ins Habitat gegangen“, erinnert sich Sören. Der Wunsch des Flensburgers wurde erfüllt, und er gelangte in die Gruppe, die sich unter Anleitung eines Biologen und eines Studenten mit Biologie befasste. „Wir haben Tiere gesammelt und archiviert“, sagt Sören und nennt Mücken, Fliegen, Käfer, Wassertiere, um die es ging. Außerdem habe er selbst ein Habitat in einer Box zum Thema Wald erstellt – mit Holz und Laufkäfern. Bei ihren Erkundungen fanden die Schüler auch eine seltene – leider schon tote – Libelle und bestimmten die Art. Und er erfuhr, dass der Kursleiter Fauchschaben als Haustiere habe, berichtet der Einser-Schüler.

Auch Annika kam in die Gruppe mit ihrem Wunschthema, dem Journalismus. „Weil ich nicht die beste Aufsatzschreiberin bin und mich in Informationen verheddere“, lautet ihre Begründung. Schon bevor die Akademie begann, habe sie im Urlaub auf Radtour an der Donau Informationen für ihren Artikel gesammelt. Als Dokumentarfilmerin während Akademie bekam die Hobby-Fotografin Gelegenheit, in die beiden übrigen Themen-Blöcke einzublicken: Theater und Robotik.

Als kursübergreifende Angebote standen etwa Sport, Siebdruck und Gesellschaftsspiele zur Wahl, erinnert sich Annika. Nur das Musik-Angebot samt Musikvideodreh richtete sich an alle 60 Schüler. Sie konnten wählen zwischen Gesang, Orchester, Tanz und Technik. Keine Herausforderung für die musikalischen Goethe-Schüler aus Flensburg: Annika spielt seit fünf Jahren Querflöte, Sören seit sieben Gitarre. „Und am ’Schleimer-Tag’ wurden die Organisatoren und Dozenten richtig verwöhnt“, blickt Gisela Walter zurück. „Einer wurde sogar in den Essenssaal reingetragen“, ergänzt Sören.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 16:35 Uhr

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