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Flensburger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 15:32 Uhr

Stadtplanung in Flensburg : Schiffbrücke: Neuer Anlauf gegen das Hafen-Parken

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Sommer wird erneut ein Teil der Parkfläche an der Schiffbrücke für alternative Nutzungen abgetrennt. Darüber wurde im Rathaus kontrovers diskutiert.

Flensburg | Vor zwei Jahren wurde der Anfang gemacht, jetzt kommt der zweite Schritt: In den drei Sommermonaten Juni, Juli und August soll ein Teil des Parkplatzes an der Schiffbrücke abgetrennt und Bürgern für kreative Nutzungen übergeben werden. Doch anders als 2014 sind es diesmal nur 13 von 132 Parkplätzen; somit bleiben 119 zum Parken erhalten.

Ziel und Grundgedanke bleiben jedoch: Mittel- oder langfristig soll die eigentlich hoch attraktive Fläche zwischen Altstadt und Hafen anders genutzt werden als heute, also nicht mehr als Parkplatz. Nach dem Vorbild anderer Städte soll dadurch die Kaikante, die Promenade am Hafen, durch andere Nutzungen aufgewertet und der Blick von der Stadt auf den Hafen freigegeben werden. Andererseits werden gerade in diesem Stadtteil Parkplätze dringend gebraucht – nicht nur für Urlauber und Besucher der Geschäfte und Gaststätten in der nördlichen Altstadt, sondern auch für Anlieger.

Das weiß die Stadt, die auf der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses das Projekt „Stadt in Bewegung“ auf den Weg gebracht hat. Dabei wird der Konflikt Parken – andere Nutzung thematisiert. Es gehe um den „Rückgewinn von Stadtqualitäten“, sagt Peter Schroeders, Leiter der Stadtplanung, man wolle „städtebauliche Schätze heben“. Es sei „ein großer qualitativer Sprung für Flensburg, wenn das Blech da weg kommt“. Bei der „Macher-Konferenz“, bei der Bürger ihre Ideen für alternative Nutzungen im Sommer äußern konnten, habe man seitens der Bürger „ein extrem großes Interesse an diesem Thema“ festgestellt.

Doch das Thema Parkplätze bleibt sensibel und umstritten, auch in der Kommunalpolitik. Es gab nur eine knappe Mehrheit von 7 zu 5 Stimmen im Umwelt- und Planungsausschuss. „Wir brauchen ein Konzept für andere Stellplätze“, forderte der FDP-Vertreter Christoph Anastasiadis. Hier werde der zweite Schritt vor dem ersten gemacht. Pelle Hansen (Grüne) entgegnete, man sei in Flensburg weit davon entfernt, Parkdruck zu haben. „Die Leute müssten nur die Parkhäuser benutzen.“ Er schlug vor, die Flächen an der Schiffbrücke einmal von Autos zu befreien, um zu sehen, „wie großartig diese Fläche für die Menschen als Lebensraum“ sei.

Ähnlich sieht es Stefan Thomsen. Es sei „Unsinn“, dass die Frequentierung nahe gelegener Geschäfte zurück gehe, wenn man die Parkflächen wegnehme. Das könne man an vielen Beispielen in anderen Städten sehen, vor allem in Dänemark. Das bestätigte Glenn Dierking (SSW). In Aarhus habe man in der Innenstadt alle Parkflächen gestrichen und die einst verrohrte Au offen gelegt. „Es funktioniert“, so Dierking. Peter Schroeders erinnerte zudem daran, dass in Flensburg rund 300 neue Parkplätze in der Innenstadt entstanden seien (Karstadt-Parkhaus).

Untersuchungen haben ergeben, dass der Parkplatz an der Schiffbrücke wochentags nur zu 80 Prozent ausgelastet sei und nur am Wochenende mal aus- oder überlastet sei. Selbst während der partiellen Sperrung 2014 habe es meistens noch freie Plätze an der Schiffbrücke gegeben.

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erstellt am 25.Apr.2016 | 07:25 Uhr

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