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Traditionsschiff aus Flensburg : Saftige Rechnung für die „Alexandra“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

950.000 statt 680.000 Euro: Die Sanierung des Dampfers wird wegen Komplikationen viel teurer als geplant.

Flensburg | Drei Kreuze, wenn am Ende alles hält und erst einmal keine teuren Überraschungen anstehen. Flensburgs „Alexandra“ hat in den vergangenen zwölf Monaten die Leidensfähigkeit ihrer Liebhaber ordentlich strapaziert. Am Rande einer Scheckübergabe in dieser Woche verrechnete Frank Petry, 2. Vorsitzender im Alexandra-Förderverein, die veranschlagten Kosten von Kesseltausch und Rumpfsanierung mit den Überraschungen und kam auf eine stolze Summe: Mit Kosten von 950.000 Euro ist das Dampfer-Refit fast 300.000 Euro über Plan.

Keine Panik jetzt! „Wir sind nicht zuletzt wegen der vielen Spenden noch gut davor“, so Petry. Die „Alexandra“ war am 20. Februar nach über vier Monaten Werftaufenthalt in Husum wieder nach Flensburg zurückgekehrt. Sie hatte dort einen neuen Dampfkessel eingepflanzt bekommen – letzter Akt einer grundlegenden Sanierung des Museumsschiffs.

Am Schlimmsten war es in Kiel. Auf der Friedrich-Werft in Friedrichsort legte die Ultraschall-Untersuchung im vergangenen April gnadenlos Schwachstellen nicht nur in der Schiffshaut, sondern auch im Schiffsgerippe bloß. Es mussten auf halber Schiffslänge Spanten und Stahlplatten neu verbaut werden. Mit dieser Hypothek fuhr die Alexandra im Oktober nach Husum. Auch hier wurde der Aufenthalt teurer als erwartet. Petry beziffert die Mehrkosten durch Werft- und Kesselarbeiten auf gut 230.000 Euro – damit war die ursprüngliche Kalkulation von 680.000 Euro schon obsolet geworden. Diese Summe war durch Zuschüsse des Landes, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die Stiftungen der Nord-Ostsee-Sparkasse und des Kreises, das Kuratorium der Alexandra, Eigenmittel und Spenden gegenfinanziert. „Zum Glück“, so Petry, „haben Stiftung und Land die Fördermittel aufgestockt. Das half viel – und natürlich auch die immer noch eingehenden Spenden.“

Einen deutlich größeren Betrag steuerte auch der Förderverein bei – durch unentgeltliche Arbeit. „Wir hatten ursprünglich 30.000 Euro veranschlagt, jetzt sind wir bei fast 150.000 Euro“, so Petry. Ursprünglich sollte die Bordelektrik durch eine Fremdfirma überholt werden, unter dem Kostendruck wurde das jetzt in ehrenamtlicher Eigenleistung erledigt. Auch die beiden bei Robbe & Berking gebauten Rettungsboote werden in Eigenleistung lackiert und montiert.

Aber das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Im Moment wird – ehrenamtlich – die Inneneinrichtung wieder zusammengebaut und auf Vordermann gebracht, auf dem Brückendeck soll die Gastronomie komplett erneuert werden. Bis zum vorgezogenen öffentlichen Saisonstart am Sonntag, 7. Mai, ist also noch genug zu tun. Danach werden noch kleinere Restarbeiten erledigt, fix und fertig und wie aus dem Ei gepellt wird die Alexandra dann zur Rum Regatta zwei Wochen später in See stechen.

Konto-Nr.: 88 005 889
Bank: Nord-Ostsee Sparkasse (Nospa)
BLZ: 217 500 00
IBAN: DE92217500000088005889
BIC: NOLADE21NOS

 

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erstellt am 09.Mär.2017 | 12:46 Uhr

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