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Flensburger Tageblatt

26. Juli 2016 | 21:50 Uhr

Neue Einsatzkleidung : Rote Feuerwehr für Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neue Einsatzschutzbekleidung: Berufswehr zukünftig nicht mehr schwarzblau gekleidet.

Im Laufe der Jahre hat sich bei der Flensburger Berufsfeuerwehr viel getan, es gab neue Fahrzeuge, Mitarbeiter kamen und gingen, die Ausrüstung wurde modernisiert, doch eines blieb über 20 Jahre gleich: die Farbe der Einsatzbekleidung. Schwarzblau waren Jacke und Hose. Kaum einer der Kameraden erinnert sich noch an die Zeiten, als bei der Berufsfeuerwehr in Flensburg andere Farben getragen wurden.

Im Mai wird sich das Erscheinungsbild der Kameraden gravierend ändern. Bei der neu angeschafften Einsatzschutzbekleidung dominiert die Farbe Rot. Brandschutzjacke und Brandschutzhose leuchten in dieser Farbe. Die neue Bekleidung bietet noch größeren Schutz gegen Flammen und verfügt über viele Taschen und Ablagemöglichkeiten für Funkgerät und Ausrüstung. Im Gegensatz zur bisherigen Bekleidung wurden die Atmungsaktivität verbessert und das Gewicht reduziert.

Bevor die Einsatzkräfte auf dem Löschzug mit der neuen Bekleidung zu Einsätzen im Stadtgebiet ausrücken, müssen alle in Theorie und Praxis an der neuen Kleidung und speziell an dem neuen Multifunktionsgurt ausgebildet werden. „Nicht nur die Farbe ist neu“, berichtet Mark Rücker, der neben Sven Hansen bei der Berufsfeuerwehr für die Beschaffung zuständig war, „die größte Änderung steckt an und in einem Gurt in dieser Jacke.“ Jeder Feuerwehrmann trug bisher einen sogenannten Feuerwehrhaltegurt, der über der Jacke getragen wurde. An diesem Gurt konnte man Feuerwehrmänner unter anderem gegen Absturz sichern.

Dieses System ist nun überflüssig. Der Multifunktionsgurt vom Typ BIG Fireliner wird in die Brandschutzjacke integriert und kann auf Brusthöhe an zwei Öffnungen herausgezogen werden. „Das neue System ist nicht nur äußerst praktisch“, berichtet Mark Rücker, „es bietet vor allem auch ein größeres Einsatzgebiet. Halten und Rückhalten, Sichern, Selbst- und Fremdrettung sowie Notfallrettung einer Einsatzkraft – dieses System lässt sich in den unterschiedlichsten Bereichen verwenden.“

Und genau dieser Gurt ist der Grund, warum die Einsatzkräfte bei der Berufsfeuerwehr nicht einfach ihre Bekleidung tauschen können, sondern speziell an dieser geschult werden müssen. „Jeder Feuerwehrmann muss diesen Multifunktionsgurt einmal getestet haben“, so Rücker. Als Testobjekt diente der Schlauchturm auf dem Gelände der Feuerwache. Aus dem dritten Stock musste sich jeder Kamerad einmal abseilen lassen, um sich mit Gerät und Material vertraut zu machen, denn im Ernstfall bleibt keine Zeit für große Erklärungen und Nachfragen, da müssen die Abläufe sitzen.

„Mit dem neuen Gurt sinkt auch die Gesundheitsgefährdung“, erläutert Rücker einen weiteren Vorteil des BIG Fireliner, „die Gefahr eines Hängetraumas wird minimiert, da der Gurt nun auf Brusthöhe und nicht mehr im Lendenbereich sitzt.“
Bei den Kameraden der Berufsfeuerwehr kommt die neue Einsatzbekleidung gut an und viele können den Tag der Inbetriebnahme kaum erwarten. Entwickelt wurde die Schutzbekleidung vom Hersteller Consultiv AG aus der Schweiz in enger Zusammenarbeit mit Feuerwehren. Fortan wird die Berufsfeuerwehr Flensburg die erste in Schleswig-Holstein sein, die in der Farbe Rot unterwegs ist. Für die Beschaffung der neuen Jacken und Hosen wurde eigens eine Bekleidungskommission gebildet. „Wir konnten zwischen drei unterschiedlichen Farben wählen, haben uns aufgrund der Tagsichtbarkeit für die Farbe Rot entschieden“, berichtet Rücker. Für jeden Feuerwehrmann wurde die Schutzbekleidung maßangefertigt, um größtmöglichen Tragekomfort und größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten.

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