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Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 09:18 Uhr

Zeitung der dänischen Minderheit : Rettung für „Flensborg Avis“: Folketing verzichtet auf Millionen-Rückzahlung

vom
Aus der Onlineredaktion

Aufatmen in Flensburg: Die dänischprachige Regionalzeitung „Flensborg Avis“ muss nun doch keine Subventionen zurückzahlen.

Kopenhagen/Flensburg | Der dänische Medienrat hat seinen Beschluss vom September zurückgenommen, wonach die dänischsprachige Tageszeitung „Flensborg Avis“ insgesamt 3.650.976 Kronen (490.000 Euro) und eine Öre an Produktionssubventionen für das Jahr 2015 nach Kopenhagen zurücküberweisen muss. Das teilte die Schloss- und Kulturbehörde am Montag mit.

Die Summe wäre für den „Flensborg Avis“  nur schwer zu verkraften gewesen. In der Begründung hieß es seinerzeit, dass die Zahlungen, die der Südschleswig-Ausschuss des Folketings angeordnet hatte, mehr als die Hälfte der Betriebsmittel der Zeitung ausmachten.

„Wir jubeln natürlich über diese Entscheidung. Wir möchten uns dafür bedanken, dass das Folketing uns mit seinem Bericht an den Medienrat einstimmig in unserer bestehenden Ansicht unterstützt hat: Dass es niemals jemandes Absicht seitens des Medienrates war, weder politisch noch administrativ, „Flensborg Avis“ so hart zu treffen, wie ein Entzug der Medienförderung dies getan hätte“, so das erste Statement von Avis-Chefredakteur Jørgen Møllekær in einer eigenen Pressemitteilung. „Flensborg Avis“ befindet sich im Privatbesitz von rund 1500 Anteilseignern.

Das Urteil bedeutet, dass auch die Zeitung der deutschen Minderheit in Dänemark, der Nordschleswiger, künftig wirtschaften kann, ohne sich um die Fördermittel aus Kopenhagen zu sorgen. Denn der Medienrat hat entschieden, dass „eine rechtliche Grundlage (besteht), die Regeln so auszulegen, dass Medien im Grenzland nicht davon beschnitten sind, Medienförderung zu erhalten, selbst wenn sie mehr als 50 Prozent der Gesamtbetriebsmittel aus anderen öffentlichen Förderungen beziehen.“

Während Flensborg Avis hauptsächlich direkt aus Dänemark finanziert wird, wird der Nordschleswiger vom Bund Deutscher Nordschleswiger getragen – der wiederum den Großteil der Mittel zum Betrieb der Zeitung aus Deutschland bezieht.

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erstellt am 21.Nov.2016 | 17:52 Uhr

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