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Flensburger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 18:53 Uhr

Schon wieder! : Reizgas-Angriff in der City

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Einsatz bei der VR Bank an der Großen Straße: Nach dem Vorfall bei McDonalds erneut Verletzte durch Reizgas oder Pfefferspray

Die Parallelen sind frappierend. Innerhalb von nur 48 Stunden kam es in der Flensburger Innenstadt zu einer zweiten Reizgas-Attacke nach ähnlichem Muster. Nachdem es am Sonntagnachmittag bereits einen Großeinsatz für Feuerwehr und Rettungsdienst bei McDonalds am Holm gegeben hatte, war gestern die VR Bank an der Großen Straße betroffen. Das Geldinstitut liegt nur wenige Häuser von dem Schnellrestaurant entfernt.

Handelt es sich um ein und denselben Täter? Zu dieser Frage hält sich die Kripo bislang zurück. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, sagte Pressesprecher Matthias Naggert. Es ist naheliegender Weise davon auszugehen, dass im Zusammenhang mit den Vorgängen in der Restaurantkette recherchiert wird. „Wir prüfen eventuelle Gemeinsamkeiten“, bestätigte der Kripo-Sprecher, „können bis jetzt aber nicht Näheres dazu sagen.“

Was war passiert? Um kurz vor zwölf Uhr gab es einen Notruf aus der VR Bank bei der Rettungsleitstelle. Sofort wurden Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr zu der Filiale entsandt. Dort klagten Kunden und Mitarbeiter der Bank über Reizungen der Augen und Atemwege. Die Bank wurde aus Sicherheitsgründen evakuiert.

Neun Personen, die sich im Schalterbereich im Erdgeschoss aufhielten, wurden vorsorglich in die Diako eingeliefert. Sie konnten nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden.

Zur Ursache der Beschwerden liegen derzeit keine gesicherten Erkenntnisse vor, aufgrund der Symptome könnte laut Polizei wiederum der Einsatz von Reizgas oder Pfefferspray in Frage kommen. „Messungen der Feuerwehr haben ergeben, dass es keinen Gasaustritt in größerem Umfang, wie etwa durch ein Leck in einer Gasleitung in dem Gebäude gab“, berichtet Naggert. So konnten die Räume nach intensiver Entlüftung schon wenig später wieder geöffnet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die Bankfiliale blieb vorübergehend geschlossen, weil auch leicht verletzte Mitarbeiter ins Krankenhaus gebracht wurden und der Geschäftsbetrieb so nicht aufrechterhalten werden konnte.

Wie bei dem Einsatz am Sonntag, bei dem acht Verletzte zur Untersuchung in die Notaufnahme gebracht worden waren, mussten Polizeibeamte mit mehreren Fahrzeugen, Rettungswagen und Notärzte in die Fußgängerzone ausrücken. Auch ein Löschzug der Berufsfeuerwehr war vor Ort. Der betroffene Bereich wurde mit rot-weißem Flatterband abgesperrt, um Neugierige auf Abstand zu halten. Der Einsatz zog zahlreiche Schaulustige an und sorgte für regen Gesprächsstoff.

Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung. Zeugen und Hinweisgeber werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0461-4840 zu melden.



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erstellt am 21.Sep.2016 | 06:30 Uhr

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