zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

21. Februar 2017 | 10:50 Uhr

Nach der OB-Wahl in Flensburg : Rathaus: Sieben Monate Stillstand

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wenig spricht dafür, dass der scheidende Oberbürgermeister bis zur Amtsübergabe Mitte Januar noch vieles bewegen kann

Bis zum Amtsantritt der künftigen Oberbürgermeisterin Simone Lange Mitte Januar 2017 dauert es noch mehr als sieben Monate. Zu denen, die das für ein Problem halten, gehört Politikwissenschaftler Michael Ruck von der Europa-Uni Flensburg: „Der OB ist ja nicht mehr handlungsfähig“, sagt er und ergänzt: „Die Loyalität im Apparat richtet sich sofort auf die neue Person aus“. Die Tageblatt-Nachfrage bei OB Simon Faber bestätigt den Politik-Professor. Was sich der OB für die letzten sieben Monate vorgenommen habe? „Größere Veränderungen oder besondere Vorhaben werde ich natürlich nicht mehr anstoßen, möchte aber gemeinsam mit dem Bürgermeister sicherstellen, dass die Fülle laufender Projekte und Aufgaben möglichst reibungsfrei weiterläuft, damit Frau Lange ein geschmeidiger Einstieg in das neue Amt gelingt“, so der 47-Jährige. Für Stellvertreter Henning Brüggemann, der im Rathaus unter anderem für die Themen Finanzen, Kinderbetreuung und Klimaschutz steht, ist klar, dass womöglich mehr Arbeit auf ihn zukommt: „Mit neuen Projekten wird der OB wohl eher warten und defensiver umgehen“, schätzt der Kämmerer. Politikdidaktiker Ruck wird da deutlicher: „Verwaltungen haben hier ein probates Mittel: Erledigung durch Liegenlassen. Ich gehe davon aus, dass deutlich das Tempo rausgenommen wird.“ Nachfolgerin Lange müsse nun der Spagat gelingen, einen Mittelweg zu finden. Natürlich sei sie noch nicht zuständig, sagt Ruck: „Aber sie muss die Rolle trotzdem schon annehmen.“

Rückblende: Bei der OB-Wahl 2010 schafft es Simon Faber am 31. Oktober in die Stichwahl am 21. November und tritt keine zwei Monate später am 15. Januar 2011 sein Amt an. War also der sehr frühe Wahltermin ein Fehler? „Die Positionierung für die Wahl war spätestens seit dem Sommer 2015 in allen politischen Abläufen spürbar, insofern war eine zügige Klärung der Verhältnisse notwendig“, sagt er. Richtig ist, dass alle Parteien, die Kandidaten nominiert hatten, den Termin mittrugen. Grünen-Fraktionschefin Ellen Kittel-Wegner sagt heute: „Es ist für alle gut, dass Klarheit besteht – und wir haben sieben Monate länger ohne Wahlkampf.“

Offen ist, welche Pläne Faber für die Zeit nach dem 15. Januar 2017 hat. Noch antwortet er ausweichend: „Das wird die Zukunft zeigen.“ Ob er überlege, für den Landtag zu kandidieren? „Solche Überlegungen gibt es ein Jahr vor der Landtagswahl wahrscheinlich in allen Parteien“, lautet seine Antwort. Ein hartes Dementi angesichts möglicher Ambitionen für das Kieler Landeshaus hört sich anders an. Von den drei aussichtsreichsten SSW-Listenplätzen möchte Flemming Meyer Platz 3 besetzen, Lars Harms dürfte für Platz 1 kandidieren. Womöglich könnte der fast sichere Platz 2 für Faber freigemacht werden.

zur Startseite

von
erstellt am 11.Jun.2016 | 08:36 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen