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Flensburger Tageblatt

23. März 2017 | 19:32 Uhr

Stadtplanung in Flensburg : Rat streitet um Zukunft des Placks

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kritik an Überkapazitäten und einer chaotischen Parkplatz-Situation - Mehrheit für letzten Neubau an der Straße Friedheim

Auch bei der finalen Abstimmung in der Ratsversammlung wurden die meisten Argumente noch einmal aufgetischt und ausgetauscht. Es geht um den letzten Baustein für das Einkaufszentrum Twedter Plack, es geht um ein weiteres Gebäude an der Straße Friedheim an Stelle der abgerissenen Reihenhäuser. Was für die einen die Arrondierung einer sinnvollen Planung ist, wird von den anderen als seniorenfeindlich und schädlich für den bestehenden Einzelhandel abserviert.

Die Parkplatz-Situation im neuen Zentrum sei „grenzwertig, eine Katastrophe“, sagte Erika Vollmer (WiF) und kritisierte, dass für das neue Haus keine zusätzlichen Parkplätze geschaffen werden müssen. An vielen Stellen werde wild geparkt, fügte Kay Richert (FDP) hinzu. Es seien eindeutig zu wenig Parkplätze vorhanden. Der Chef der Stadtplanung, Peter Schroeders, erinnerte an Flensburgs Klimaziele und eine „neue Mobilität“ als Ziel, die nicht mehr nur „autozentriert“ sein dürfe. Dies wurde von Erika Vollmer als Bevormundung der Bürger und letztlich seniorenfeindlich gegeißelt, weil Ältere oft auf das Auto angewiesen seien.

Axel Kohrt (SPD) hingegen wies darauf hin, dass der neue Parkplatz oft von Autofahrern „missbraucht“ werde, die ganz andere Ziele im Quartier hätten, zum Beispiel Arztpraxen. Der Twedter Plack habe ein Parkplatz-Problem, nicht jedoch das neue Einkaufszentrum.

„Wie definieren Sie Klientel-Politik?“, fragte Helmut Trost (SPD) FDP-Mann Richert. Hintergrund dieser rhetorischen Frage: Richert hatte noch einmal Argumente aufgezählt, die er, Trost, im Schreiben einer Kanzlei gelesen hatte, die einen Plack-Anlieger, der sich immer gegen die Erweiterungspläne gewandt hatte, vertrat. Das Pikante: Dabei handelt es sich um ein FDP-Mitglied, das früher als bürgerschaftliches Mitglied im Planungsausschuss selbst gegen die Plack-Planung argumentiert hatte. Die Kritik zielt auf angebliche Überkapazitäten an Flächen und einen daraus resultierenden Verdrängungswettbewerb ab. Es gebe bereits jetzt zehn leere Ladenlokale, so Richert, und Abwerbungen zu den neuen Flächen.

Als Vollmer und CDU-Vertreter Arne Rüstemeier dafür plädierten, das Thema noch einmal zurück an den Planungsausschuss zu verweisen, nahm die Debatte an Fahrt auf. „Wir schaffen hier jetzt endlich Investitionssicherheit!“, mahnte Schroeders; zwei Jahre habe man diese Planung diskutiert. Am Ende stimmten SPD, CDU und Grüne dafür, FDP und WiF mit Nein, Linke und SSW enthielten sich.

Derzeit wird die Parkplatz-Einfahrt Fördestraße umgebaut. Hier soll künftig sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausfahrt nur noch das Rechtsabbiegen möglich sein.

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erstellt am 07.Mär.2017 | 07:15 Uhr

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