zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 15:20 Uhr

Keine Lösung : Provisorium mit Langzeitwirkung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Noch immer keine Entscheidung für die Bahnunterführung Heinrichstraße / SPD strebt Fahrradbrücke und Rückbau des Bahndamms an

Nichts ist so dauerhaft wie ein Provisorium – diese Redensart scheint auf den Fuß- und Radwegbogen unter der Bahnbrücke Heinrichstraße zuzutreffen. Seit mittlerweile drei Jahren benutzen Radler und Fußgänger einen Teil der Straße, der durch kleine Elemente in Signalfarben von den beiden Fahrspuren abgetrennt ist. Noch immer steht nicht endgültig fest, ob dieses Provisorium zu einer Dauerlösung werden kann oder nicht.

Denn noch immer prüfen Gutachter der Verkehrsfachfirma SHP, ob die von der Stadt seit drei Jahren getestete Lösung dauerhaft funktioniert. Immerhin geht es um einen der meist frequentierten Knoten im Stadtgebiet. Täglich biegen Tausende von Autos vom Deutschen Haus nach rechts in die Heinrichstraße ab und kommen umgekehrt ebenfalls Tausende die Heinrichstraße herunter, um nach rechts Richtung Zob oder nach links Richtung Deutsches Haus abzubiegen. Und an diesem verkehrsreichen Knoten hat die Stadt vor drei Jahren mal eben eine von drei zur Verfügung stehenden Spuren weggenommen, um sie Radfahrern und Fußgängern zur Verfügung zu stellen.

Schon 2014 hatten die Gutachter festgestellt: Es funktioniert. Trotzdem blieb das Provisorium weitere zwei Jahre erhalten. Jetzt wird wieder geprüft. Es gelte, den Landesbetrieb Verkehr (LBV) davon zu überzeugen, dass es wirklich auch dauerhaft funktioniert, erklärte Stadtsprecher Clemens Teschendorf. Immerhin handelt es sich beim Straßenzug Friedrich-Ebert-Straße / Norderhofenden um eine (frühere) Bundesstraße.

Für den Landesbetrieb Verkehr begründet der Leiter der Niederlassung Flensburg, Karl-Heinz Roos, die Hartnäckigkeit bei der Prüfung. „Man darf diesen Knoten nicht isoliert betrachten“, so Roos. „Die Sache ist viel komplexer.“ Die Abwicklung des Verkehrs an dieser Stelle habe Einfluss auf benachbarte Knoten am Neumarkt, an der Bahnhofstraße, an der Angelburger Straße und letztlich bis zum Zob. Da Fördergelder des Landes fließen, müsse der LBV sicher stellen, dass eine funktionierende Lösung geschaffen werde.

Der Grund für die seltsam anmutende provisorische Regelung ist hausgemacht: Nach der Umgestaltung der Heinrichstraße blieb an der Südseite der Unterführung nur ein extrem schmaler Bürgersteig, auf dem sich kaum zwei Fußgänger begegnen konnten. Kam ein Radfahrer – illegalerweise – hinzu, drohte Gefahr, weil einer auf die Fahrbahn ausweichen musste. Die Politik nahm sich des Themas an, zur Lösung des Problems wurde das Provisorium geschaffen. Wenn es nach der SPD im Rat geht, hat sich das Problem ohnehin bald von selbst erledigt – durch eine Verbreiterung der Unterführung. Man werde vermutlich bis Ende des Jahres eine Stellungnahme zum Bahngutachten verabschieden, ließ Axel Kohrt wissen, Vorsitzender des Umwelt- und Planungsausschusses. Und er sehe keine Mehrheit für eine weitere Verfolgung der Idee eines City-Bahnhofs am Zob. Wird der endgültig begraben, könne man die Bahntrasse auf dem Bahndamm entwidmen, die Bahnbrücke über der Heinrichstraße entfernen und durch eine viel schmalere und leichtere Radwegbrücke ersetzen. Im Zuge dessen könne man den Brückenkopf auf der Südseite um fünf Meter abschneiden – und schon ist genug Platz für eine dritte Fahrspur, für Fuß- und Radweg.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 20.Aug.2016 | 07:25 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen