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Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 09:20 Uhr

Schiffe in Flensburg : „Providentia“ geht zur Küstenwache

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ostseeschul-Schiff wird 2017 Teil eines landesweiten maritimen Projektes / Abnahme als Traditionsschiff im Herbst

Der Traditionssegler, den man während des Sommers vor dem Hafenwerk (Harniskai 4) beobachten kann, sieht schon so prächtig aus wie früher. Seit 2012 haben die Schüler der Ostseeschule mit Hilfe einer großen Zahl von ehrenamtlichen Helfern fleißig an dem Hochseefischkutter Providentia gearbeitet. Die 13 bis 15-jährigen haben gekratzt, gestrichen, geölt, lackiert und gedrechselt. Nach einigen Probesegelschlägen wurde 2014 das Verfahren zur Zulassung als Traditionsschiff eingeleitet. Jetzt müssen nur noch der Innenausbau fertig und die Navigation- und Kommunikationsgeräte installiert werden. Im Herbst kommt dann endlich der lang ersehnte Tag: die BG-Verkehr, der deutsche Schiffs-TÜV, wird bestätigen müssen ob die Providentia als Traditionsschiff abgenommen werden kann oder ob noch weitere Verbesserungen vorgenommen werden müssen. Dann werden die jungen Teilnehmer des Projekts „Küstenwächter – das Meer, die Küste, und du“ endlich auf dem Schiff segeln können.

Seit 2015 bildet dieses Projekt der Lighthouse Foundation und des Vereins Protect Nature e.V. Kinder in ganz Schleswig-Holstein zu Küstenwächtern aus. Ein Jahr lang beobachten die Kinder anhand eines Forschungshandbuches das biologische Universum ihrer eigenen Küstenstreifen oder Flussabschnitte. Einmal in der Woche werden Müllsammelaktionen, Vorträge von Referenten und schulische Arbeitsgruppen zum Thema Küste und Meer organisiert. „Die kleinen Küstenwächter sollen zum Beispiel Wale beobachten, segeln oder Experimente machen, erzählt Projektleiterin Lea Starke. Auf diese Weise lernen sie unterschiedliche Wassertierarten kennen, welche Rolle der Mensch mit seinem Lebensstil spielt und wie sie die Tiere besser schützen können.“ Beim Untersuchen von Strandproben unter einem Mikroskop merken die Kinder beispielsweise, dass es im Wasser eigentlich mehr Müll gibt als Plankton. „Plastik hat keine Feinde“, sagt Lea Stanke, „aber immer mehr Arten werden durch Überfischung, Chemikalien oder Plastikmüll vom Aussterben bedroht.“

In Flensburg und Kappeln gibt es zwei Küstenwächter-Aktionsgruppen. Zur Flensburger Gruppe gehören Edgar (11), Alois (12), Tom (12) und Max (12). Besonders freuen sie sich darüber, so viel über die Bewohner der Ostsee lernen zu können. Zusammen wollen sie sogar einen Film drehen, der die fünf größten Gefahren für Ostseetiere darstellen soll und bei dem internationalen Naturfilmfestival Greenscreen in Eckernförde gezeigt wird.

Bereits seit 2015 hat die Ostseeschule Flensburg mit einer Aktionsgruppe am Küstenwächter-Projekt teilgenommen. Ein Jahr lang haben die Kinder mit ihrem Lehrer Björn Schlafkohl einen festen Küstenstreifen beobachtet. Aufgrund der guten Zusammenarbeit wollte die Lighthouse Foundation diese Schule als Projektpartnerschule unterstützen und gemeinsam Vorträge und Aktionen gestalten. Dank dieser Partnerschaft werden im Sommer 2017 die Kinder, die an den Abenteuerferien des Projektes teilnehmen, auf der 1895 gebauten „Providentia“ segeln können.

Auch diesen Sommer können Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren an den Abenteuerferien der Küstenwächter teilnehmen. Sechs Tage lang segeln sie nach Dänemark, halten nach Walen Ausschau und erkunden die Lotseninsel Schleimünde. Eine pädagogische Betreuung begleitet die Kinder beim Segeln, Forschen und klimaschonenden Kochen.

Vom 5. bis 10.August und vom 11. bis 16. August sind noch Plätze für die Ferienaktion frei. Anmelden kann sich jedes Kind (Kosten 75 Euro mit Vollversorgung) über Lea Stanke: 01575 4071158.

Die Providentia fährt zwar dieses Jahr noch nicht, doch kann man sie sich bei der Sail vom 8. bis 10. Juli schon näher anschauen.

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erstellt am 01.Jul.2016 | 18:10 Uhr

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