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Flensburger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 11:24 Uhr

Parkplätze: City-Handel schlägt Alarm

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Höhere Gebühren sollen Autofahrer zum Umsteigen bringen / Geschäftsleute appellieren an die Stadt: Lasst uns die Probleme besprechen

Das hat wehgetan. Die Flensburger Kaufleute sind alarmiert von dem Plan der Stadt, mit Hinweis auf den Klimapakt das Parken in der Innenstadt zu verteuern und die Autofahrer zum Umsteigen auf den Bus, das Fahrrad oder die eigenen Füße zu veranlassen – durch Erhöhung der Parkgebühren. In einem Brief an das Rathaus warnen die Kaufleute vor negativen Folgen für die City. Der Vorschlag komme zu einer Zeit, in der der Einzelhandel ohnehin mit Umsatzrückgängen zu kämpfen habe. Verwiesen wird auf Orte, deren Innenstadt-Geschehen ganz zu Grunde gegangen sei. Jens Drews, Vorsitzender des Händler-Zusammenschlusses „Die Gilde“, sagt zu den Plänen aus dem Rathaus: „Ich habe Angst um diese Stadt.“

Den Brief an die Stadtverwaltung haben die Kaufleute-Vereinigungen City Flensburg, IG Rote Straße und Die Gilde
geschrieben. Darin heißt es, die Pläne, den Autoverkehr in der Innenstadt zu reduzieren, habe den Innenstadtkaufleuten glatt die Sprache verschlagen.

Dieser Vorschlag komme in einer Zeit, in der die Zahl der Kunden in den Innenstädten zurückgehe. „Eine gefährliche Entwicklung“ – in Städten wie Hamburg Harburg oder Oberhausen gibt es keine Innenstädte mehr.

Der Einzelhandelsumsatz, den die Geschäfte mit Kunden aus Dänemark erreichen, liege zwischen 35 und 40 Prozent. Wie könne man in dieser Situation auf die Idee kommen, den Zugang zur Innenstadt zu erschweren?

Flensburg sei nahezu ausschließlich mit dem Auto zu erreichen – das sollte einer Verwaltungsspitze klar sein.
Wer sich dem Klimapakt verpflichtet fühle, sollte erst Voraussetzungen für eine problemlose Erreichbarkeit der Innenstadt schaffen, heißt es in dem Brief weiter.

Die städtische Zwangsmissionierung wird nach Meinung der Einzelhändler-Vereinigungen dazu führen, dass auf Einzelhandelsflächen im Umland, die mit Parkplätzen bestens bestückt sind, ausgewichen werde. An die Verwaltung wird appelliert, sich mit den aktuellen Trends im Einzelhandel zu beschäftigen. Die Stadt möge auf das Wissen der Kammern und Verbände zurückgreifen.

Der Appell der Kaufleute: „Bitte lasst uns gemeinsam die Probleme besprechen. Wir machen uns Sorgen um uns, aber auch um Flensburg.“

Yvonne Braasch von der Gemeinschaft der Roten Straße, fragt sich: „Wie kann man die Tourismusabgabe einführen, um die Stadt zu verschönern, und dann Konzepte erarbeiten, mit denen die Stadt schwerer erreichbar wird?“

 

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erstellt am 21.Nov.2016 | 23:53 Uhr

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