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Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 13:19 Uhr

Aktionsfläche in Flensburg : Parkplätze an der Schiffbrücke weg: Der Test geht weiter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es gibt erste Ideen für die Aktionsfläche an der Schiffbrücke. Heute gibt es ein Streitgespräch zwischen Ratsherr Werner Jezewski und Bürgermeister Henning Brüggemann.

Flensburg | Sie traut sich nicht. Habbibe guckt skeptisch auf das Fahrrad, das vor ihr steht – und noch skeptischer auf den eng gesteckten Parcours, der gestern von Mitgliedern des ADFC an der Schiffbrücke aufgebaut worden ist. Dort, wo sonst Autos parken. Nun soll die 16-Jährige sich auf Slalomfahrt begeben. „Mach ich nicht“, sagt sie, „schaff ich nicht.“

In der Tat keine leichte Aufgabe für jemanden, der es in seiner Heimat nicht gewohnt ist, sich auf zwei Rädern zu bewegen. „Zu gefährlich, die Straßen sind zu eng“, erklärt die Schülerin, die seit gut zwei Jahren in Flensburg lebt. Ihr Klassenkamerad Abbas (17), der auch aus Afghanistan stammt, bestätigt das: „Bei uns ist es sehr bergig, die Pisten sind nicht gut.“ Das ist freilich in Flensburg nicht viel anders. Doch als Ann-Kathrin Wild, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Verein Klimapakt absolviert, die Abstände zwischen den Hindernissen verlängert, umkurvt Habbibe den Parcours mit Bravour.

Die Schüler einer DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) an der Eckener Schule sind quasi lebendiger Bestandteil einer politisch heiß umstrittenen Frage: Gibt es Alternativen zum Parken an der Schiffbrücke? Soll man Autos von dort verbannen, um sie Flensburgern und Urlaubern zur Verfügung zu stellen?

Am Dienstagabend wird es ein Streitgespräch zu diesem Thema zwischen dem Ratsherrn Heinz-Werner Jezewski (Linke) und Bürgermeister Henning Brüggemann im Brasseriehof geben. Das Projekt „Stadt in Bewegung“ soll Aufschluss darüber bringen, wie das hochwertige Grundstück am Hafen künftig genutzt werden kann. Bis Ende August gehören 13 Parkplätze auf 380 Quadratmetern Menschen, die dort aktiv ihre zum Teil unkonventionellen Ideen umsetzen dürfen – ob Fördejump, Cocktailtrinken, Salsa-Fitness, digitale Schnitzeljagd und Sorgenpuppen basteln. Auch die Haifischbar, die letztes Jahr erstmals ihre Pforten öffnete und die Westseite des Hafens gastronomisch sichtbar belebte, ist wieder dabei.

„Die Aktion ist vorbildlich – besonders im Sinne des Naturschutzes“, sagt Lehrerin Tanja Thieß, die den Fahrrad-Spielplatz als sehr motivierend für ihre Schüler empfindet. Es waren verschiedene Schulen angeschrieben worden, die man zum Mitmachen bewegen wollte. Bis auf die Eckener-Schule gab es keine weitere Rückmeldung. Allerdings wurde die Email erst am Freitag verschickt, die letzte Schulwoche ist in der Regel schon verplant, Tanja Thieß aber konnte mit ihren Schützlingen spontan reagieren. Ihre Erfahrungen will sie nun im Unterricht thematisieren. „Man muss kreativ sein“, regt sie an, „es gibt viele Ideen, mit denen man den Spaß am Fahrradfahren vermitteln kann.“

Wer will die Aktionsfläche nutzen?

Kontakt: stadt-in-bewegung@flensburg.de

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erstellt am 19.Jul.2016 | 07:48 Uhr

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