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Jazz in Flensburg : Ovationen für dänische Jazzer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Trio Margrete Grarup, Uffe Steen und Mads Vinding überzeugte das Publikum im Flensborghus

Die Sängerin Margrete Grarup mit ihrer ausdrucksstarken voluminösen Stimme hat sich als Vokalistin und Gesangspädagogin vor allem in Nordjylland einen Namen gemacht. Sie unterrichtet am Konservatorium in Aarhus und gab allein im letzten Jahr rund 60 Konzerte nicht nur in Dänemark. Der Blues- und Jazzgitarrist Uffe Steen ist seit Urzeiten agiles Mitglied der dänischen Musikszene und wurde 2015 mit dem wichtigen Ben-Webster-Preis ausgezeichnet. Diesen erhielt auch Mads Vinding, der als Hausbassist im berühmten Kopenhagener Jazzclub Montmartre schon viele berühmte Musiker begleitete.

Mit hörbarem Respekt für die Musikgeschichte begaben sich Grarup, Vinding und Steen auf eine Blues- und Gospelreise, interpretierten Klassiker wie „Love for Sale“ von Cole Porter oder „On the sunny side of the street“. Sie loteten Stimmungen aus durch einen fein akzentuierten Intrumentaleinsatz, der immer die volle Stimme und Präsenz der Sängerin unterstützte.

Margrete Grarup verfügt über die nötige Inbrunst, den Blues in die Herzen der Zuhörer zu pflanzen. Intonation und Phrasierung sind ausgefeilt und ihre Stimme klingt warm und entspannt. Dort, wo sie ihre volle Kraft herauslässt, entwickeln sich fast religiös-ekstatische Momente.

Die Song-Auswahl allerdings war nicht ganz nachzuvollziehen: Unverständlich blieb die Aufführung eines Weihnachtsliedes mit entsprechenden Weihnachtswünschen. Mit dem Daumenklavier und gestrichenem Bassbogen entfalteten die Musiker eine düstere Atmosphäre, die in die Zeit der rassistischen US-Südstaaten zurückführte. Durch ein unvermitteltes Hinübergleiten in Gershwins „Summertime“ hellte die Stimmung wieder auf.

Uffe Steen spielte elegante und harmonisch spannende Gitarrensoli, Mads Vinding war ein starkes Pfund am Bass, der die Stimmungen durch prägnantes und variationsreiches Spiel verstärkte oder ausglich. Viele schön-swingende Augenblicke und zuletzt die Aufforderung zum Mitsingen machten aus diesem Abend ein besonderes Erlebnis, das mit Standing Ovations der 170 Besucher honoriert wurde.

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erstellt am 13.Mär.2017 | 10:09 Uhr

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