zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

26. Juni 2016 | 13:56 Uhr

Bilder vom Glücksburger Triathlon : Ostseeman-Held Nitschke setzt noch einen drauf

vom

Am Sonntag stand mit dem 13. Ostseeman-Triathlon wieder Glücksburgs längster Tag ins Haus. Nach 15 Stunden Triathlon-Stimmung stand fest: Glücksburgs Held heißt auch 2014 wieder Christian Nitschke.

Glücksburg | Fünfter Sieg in Folge und neuer Streckenrekord: Mit diesem Maximalergebnis setzte Christian Nitschke beim 13. Ostseeman-Triathlon einmal mehr die Akzente und machte sich erneut zum umjubelten sportlichen Helden bei Schleswig-Holsteins spektakulärstem Ausdauer-Event. Mit einem neuen Streckenrekord von 8:24:41 Stunden festigte der 29-jährige Rostocker seinen Status als „Mister Ostseeman“ und schuf neue Meilensteine in der Historie des Ausdauer-Dreikampfs im hohen Norden.

Bei Deutschlands einzigem Langdistanz-Triathlon mit Schwimmstrecke im offenen Meer fand Nitschke erneut das für ihn perfekte Revier, um seine starke Form auch in ein imposantes Ergebnis zu verwandeln. Gut gelaunt und freundlich wie immer, aber auch optimistisch und siegessicher wie selten zuvor raste der Rekordsieger zu seinem fünften Erfolg in Glücksburg. Nachdem er bei den ersten beiden Disziplinen in Till Schramm vom SV Bergisch Gladbach noch einen ebenbürtigen Gegner hatte, mit dem er sich in der Führung immer wieder abwechselte, schaltete Nitschke beim abschließenden Marathon noch einen Gang nach oben und machte schnell klar, dass er die Lust auf Siege beim Ostseeman noch nicht verloren hat.

Auch von den heftigen Regengüssen während der ersten beiden Radrunden und dem anschließenden Nieselregen bei den Runden durch das hügelige Angeln ließ sich Nitschke in seiner Tempolaune nicht bremsen. „Ich habe beim Ostseeman ja schon viel erlebt, aber vier Stunden durch den Regen zu fahren, war für mich auch neu“, erklärte der alte und neue Champion. Doch als echter Triathlonprofi stellte sich Nitschke auch auf die schwierigen Verhältnisse schnell ein. „Bei einem Trainingslager in Thailand sind wir sogar stundenlang durch knöcheltiefe Regenbäche gefahren“, erzählte Nitschke. Obwohl die neu geschnittene Radstrecke über Langballig von den meisten Aktiven als deutlich anspruchsvoller empfunden wurde, spulte Nitschke die 180 Radkilometer schneller ab als jemals zuvor und legte damit die Grundlage für seinen Streckenrekord, mit dem er seine Bestmarke von 2010 um rund zweieinhalb Minuten verbesserte.

Nachdem er noch fast zeitgleich mit seinem Hauptrivalen Till Schramm zum letzten Wechsel im Kurpark eingebogen war, drückte Nitschke auf der Laufstrecke sofort aufs Tempo und nahm seinem Verfolger früh die Hoffnung auf eine Überraschung. „Trotz des engen Rennens war ich diesmal die ganze Zeit vom Sieg überzeugt“, meinte Nitschke. Hatte er in den Vorjahren auch einige Siege mit viel Kampf und Mühe errungen, schienen ihn diesmal seine Beine locker ins Ziel zu tragen. „Mittlerweile kenne ich so viele Menschen an der Strecke. Da kann man sich eigentlich auch gar nicht hängen lassen“, erklärte der von der Ostseeman-Atmosphäre begeisterte Rostocker. Dass er auf der Laufstrecke etwas mehr Potenzial haben sollte als sein Hauptkontrahent, war Nitschke bewusst. „Wir hatten nun schon einige Duelle. Da ist es manchmal von Vorteil, wenn man den Gegner kennt“, so Nitschke.

Schramm hatte sich spätestens nach der Hälfte der Laufstrecke von allen Siegesambitionen verabschiedet. „Ich habe wohl beim Schwimmen zu viel Salzwasser geschluckt und hatte danach Probleme mit der Nahrungsaufnahme“, berichtete Schramm, der so seine Energiespeicher nicht mehr aufladen konnte und sich auf den letzten Kilometern entkräftet zum Ziel kämpfte. „Zum Schluss ging es nur noch ums Durchkommen“, sagte er, als nach immer noch starken 8:36:34 Stunden „gefinisht“ hatte. Der Niederländer Thijs Koelen (Twente/ 8:55:56 Std.) rannte als Dritter ins Ziel. Mitfavorit Sören Wallmen aus Köln stieg nach mehreren Radpannen frustriert aus. Platte Reifen durch den vom Regen auf die Straßen gespülten Split kosteten viele Athleten Zeit, Nerven und Material. Zudem sorgten die nassen Straßen auch für zahlreiche Stürze und Ausrutscher, von denen die meisten jedoch glimpflich endeten. Der Nordfriese Dennis Nadolny (9:59:17 Stunden / 21. Platz) und Torben Benecke (TriAs Flensburg/ 10:02:23 Stunden/ 23. Platz) waren die schnellsten Ausdauercracks aus dem Norden.

In der Frauenkonkurrenz war es Almuth Grüber aus Mannheim, die mit ihrer Ausdauer das Rennen für sich entschied. Nach 9:27:56 Stunden jubelte die 33-jährige Polizistin aus Baden über ihren zweiten Sieg beim Ostseeman und die zweitschnellste bislang beim Glücksburger Triathlon von einer Frau erzielte Zeit. Streckenrekordhalterin Nicole Woysch nahm erneut einen am Ende erfolglosen Anlauf für einen dritten Sieg an der Ostsee. Nachdem sie noch als Führende auf die Laufstrecke gegangen war, musste sie schon auf der ersten Laufrunde die spätere Siegerin ziehen lassen und gab wenig später sichtlich angeschlagen auf.

Vorjahressiegerin Julia Bohn (Offenbach/ 9:59:49 Std.) und Kathrin Walther (Süßen/ 10:01:35 Std.) komplettierten mit klarem Abstand die weiteren Podiumsplätze. Kristina Iversen (TriAs Flensburg) gab in 11:53:05 Stunden ein bärenstarkes Debüt auf der Langdistanz und lief auf Platz 22 der Gesamtwertung.

In den Staffelwettbewerben durften gleich zwei Teams aus Schleswig-Holstein jubeln. Der Flensburger Johannes Diller bildete mit seinem früheren TriAs-Vereinskameraden Birger Jörgensen und dem Kieler Martin Hermes das Trio „Intersport Hans Jürgensen“, das in 8:33:27 Stunden alle anderen Teams hinter sich ließ. Den Sieg in der Frauenwertung ging an die die Staffel der Nord-Ostsee-Sparkasse. Ulrike Harksen, die sowohl schwamm als auch lief, und Marathon-Ass Karen Paysen waren in 9:49:15 Stunden schneller als alle anderen Frauenstaffeln. Alle Ergebnisse finden Sie hier.

zur Startseite

von
erstellt am 04.Aug.2014 | 09:47 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen