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Flensburger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 08:09 Uhr

Notbremse: Stadt kauft Eckener-Haus zurück

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ziel: Sanierung mit Hilfe der Städtebauförderung und anschließender Verkauf an privaten Nutzer

Zwölf Jahre nach dem Verkauf des Eckener-Hauses an einen Immobilienmakler ist die Stadt drauf und dran, diesen Fehler aus dem Jahr 2004 wieder gut zu machen. Mit dem geschichtsträchtigen Gebäude ging es seitdem fast nur noch bergab, Tiefpunkt war ein schwerer Wasserschaden in den Jahren 2010/2011, der immer noch nicht behoben worden ist. Gestern am frühen Abend beschloss der Finanzausschuss, 220  000 Euro für den Ankauf bereit zu stellen.

Mit Ohnmacht musste die Stadt viele Jahre dem langsamen Siechtum des Bürgerhauses im Herzen der Altstadt zusehen. Denn keiner der privaten Besitzer war bereit und in der Lage, das Haus grundlegend zu sanieren und wieder in Nutzung zu bringen. Zuletzt wurde es 2014 in einem größeren Immobilienpaket an eine Gesellschaft im Taunus verkauft, die aber ebenfalls keine konkreten Pläne mit dem Haus hat. Doch jetzt möchte die Stadt das Heft des Handelns wieder in die Hand nehmen, und das heißt in einem ersten Schritt: Ankauf. Am Dienstag stimmte der Umwelt- und Planungsausschuss diesem Ansinnen nach kurzer Debatte zu – einstimmig.

Möglich wird dies vor allem dadurch, dass das Eckener-Haus im Gebiet der städtebaulichen Maßnahme „Westliche Altstadt“ liegt, die aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ gefördert wird. Der gesamte Bereich zwischen Toosbüystraße/Neue Straße und Deutschem Haus soll in den kommenden Jahren mit Millionenaufwand erneuert werden (wir berichteten). Der Anfang wird mit einigen Kaufmannshöfen gemacht.

Die Stadt möchte das Eckener-Haus nicht dauerhaft behalten. Sie möchte stattdessen die Fördermöglichkeiten der Städtebauförderung für die Sanierung nutzen und das Haus hinterher an einen privaten Interessenten verkaufen. Wie das Haus dann genutzt wird – ob wieder für Gastronomie oder für Büros, Praxen oder Wohnen – steht derzeit in den Sternen.

„Das ist unsere Chance, die Fehler, die die Stadt gemacht, zu berichtigen“, sagte Axel Kohrt (SPD), Vorsitzender des Planungsausschusses. Es sei eine gute Lösung, das Haus mit Hilfe des Landes zu sanieren und dann an privat zu verkaufen, ergänzte Arne Rüstemeier (CDU).

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erstellt am 15.Jul.2016 | 12:45 Uhr

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