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Flensburger Tageblatt

25. Juni 2016 | 01:56 Uhr

Dänische Zentralbibliothek : Nordische Botschaften für alle Flensburger

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit Vortragsreihe, Lesungen und Tangofest will das Nordische Informationsbüro auch ein deutsches Publikum erreichen.

Flensburg | Ungefähr dort, wo sich die Schuhe über der Norderstraße auf einer Leine häufen, befindet sich die Dänische Zentralbibliothek. Sie gehört zum Nordisk Informationskontor. Das wiederum wird dem deutschen Publikum vor allem durch das nordische Literaturfest bekannt sein, vermutet Eva Ritter, wenn überhaupt. Ritter, die seit September 2014 die Geschäfte des Büros leitet, will das künftig ändern. „Wir wenden uns an alle Menschen, die hier leben, egal, welche Sprache sie sprechen“, betont sie.

Die dänische Zentralbibliothek hatte im Vorjahr 104  000 Besucher, rund 3200 Gäste kamen zu den Veranstaltungen, übermittelt Ritter. Zum Vergleich: 301  343 Leser suchten im Jahr 2015 die Stadtbibliothek Flensburg auf. Das Budget der städtischen Bücherei beträgt rund 1,  4 Millionen Euro (Flensburg trägt davon rund 1,2 Millionen Euro). Die Dänische Zentralbibliothek kann über rund 4,2 Millionen Euro verfügen; rund 3,6 Millionen Euro kommt als Zuschuss vom dänischen Staat.

Um mehr Menschen für den Norden zu begeistern, hat Eva Ritter beispielsweise Kontakt zu den Nordischen Botschaften in Berlin aufgenommen. Die haben ein umfangreiches deutschsprachiges Programm und der Zusammenarbeit mit Flensburg zugestimmt. Angeregt von der Berliner Reihe „Buch des Monats“ werde es an der Förde künftig eine Veranstaltung zum „Buch der Jahreszeiten“ geben. Den Auftakt macht eine Lesung mit Jóanes Nielsen aus „Die Erinnerungen“ und dem Übersetzer Ulrich Sonnenberg. Nielsen kommt von den Färöern, „Die Erinnerungen“ ist sein zweiter Roman. Zunächst wird er in der Hauptstadt lesen und am Tag darauf – am 22. März um 19.30 Uhr – im Flensburger Schifffahrtsmuseum.

Inspiriert von einer Ringvorlesung der Uni soll im September eine Vortragsreihe zu nordischen Themen starten – ebenfalls im Schifffahrtsmuseum. Eva Ritter, die in Dänemark und auf Island gelebt hat und zuletzt Professorin in Aalborg war, denkt zum Beispiel an Vorträge über eine Expedition nach Spitzbergen oder den Klimawandel. Auch von dieser neuen Kooperation mit dem Museum verspricht sich Ritter, weitere Menschen anzusprechen.

Eine dreiteilige Reihe zur finnischen Kunst – Finnland ist in diesem Jahr Schwerpunkt – schließt am 14. März um 15 Uhr in der Bibliothek mit einer Veranstaltung über den Künstler Tommi Toija ab – allerdings auf Dänisch. Doch die Sprache des Tanzes versteht jeder: Für das finnische Tangofestival am 5. November kündigt Eva Ritter mehrere Konzerte und Workshops an. Eine begleitende Ausstellung gibt es dazu; zum Abschluss am 6. Dezember, dem Nationalfeiertag der Finnen, ist die finnische Opernsängerin Noora Karhuluoma eingeladen. Ihr Ziel sei, generell mehr „Arrangements“ anzubieten, sagt Geschäftsführerin Eva Ritter, die sich auf neue Büroräume im eigenen Hause freut und auf die neue, auch deutschsprachige Website. Wenn beispielsweise keine Kunst gezeigt werde, dann Info-Ausstellungen.

Dazu passt nicht, dass das „litteraturfest.nu“ in diesem Jahr ausgesetzt wird. Von einer Einstellung des Fests will Ritter aber nicht sprechen, sondern sagt, die „Türen bleiben offen“. Unter anderem darüber und die Bibliotheken wird heute im Kulturausschuss (16 Uhr, Flensburg-Zimmer) gesprochen.

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erstellt am 03.Mär.2016 | 16:00 Uhr

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