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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 03:25 Uhr

Sparkurs : Nord-Ostsee-Sparkasse will bis zu 90 Stellen streichen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Sparkasse hat bereits „Vorgespräche“ mit zahlreichen, vor allem älteren Mitarbeitern aufgenommen.

Flensburg | Nach den Plänen der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG), kurzfristig 100 der 750 festen Jobs auf der Werft zu streichen, stehen Flensburg und der Region die nächsten Arbeitsplatzverluste bevor. Die Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) hat nach den Sommerferien Gespräche mit einer größeren Zahl von Sparkassenmitarbeitern aufgenommen, mit dem Ziel, die Nospa-Belegschaft deutlich zu verringern.

„Aktuell sind wir noch in der Analyse von Funktionen und Aufgaben, die in absehbarer Zeit nicht mehr benötigt werden. Sie werden sich über unser gesamtes Geschäftsgebiet verteilen“, bestätigte gestern Nospa-Vorstandschef Thomas Menke. „Wir gehen davon aus, dass 70 bis 90 Stellen in absehbarer Zeit entfallen.“ Darüber habe man den Personalrat bereits informiert.

Fluktuation und vorzeitiger Renteneintritt

„Gemeinsam versuchen wir, die persönliche Entwicklung einzelner Mitarbeiter zu berücksichtigen und setzen darüber hinaus auf Fluktuation und vorzeitigen Renteneintritt“, erklärte Menke weiter. Sofern dies nicht möglich sei, spreche die Nospa mit den betroffenen Mitarbeitern und suche einvernehmliche und sozialverträgliche Lösungen. Übrigens: Wie aus dem aktuellen Geschäftsbericht hervorgeht, ist die Gesamtbelegschaft bereits im vergangenen Jahr gegenüber 2014 um 52 geschrumpft.

In den in diesen Tagen laufenden „Vorgesprächen“, zu denen offenbar vor allem Angestellte ab 57 Jahren aufwärts geladen sind, werden die Banker unter anderem nach ihrem jüngsten Rentenauszug und dem aktuellen Bescheid der Bund-Länder-Versorgung (VBL) gefragt, einer Versorgungseinrichtung für den öffentlichen Dienst. Wer beide Papiere vorlegt, soll von seinem Personalreferenten dann ein Angebot bekommen, berichtet ein zum Gespräch geladener Teilnehmer.

Menkes Angaben zufolge zwingen gewaltige und schnelle Veränderungen im Bankensektor die Institute zum Handeln: „Alle Banken und Sparkassen stehen derzeit vor völlig neuen Anforderungen.“ Dazu gehörten anhaltend niedrige Zinsen, hohe Eigenkapitalanforderungen und ganz besonders die Digitalisierung, erklärt Menke weiter: „Damit verändern sich Kundeninteressen und Arbeitsabläufe.“

Von 880 auf 800 Vollzeitstellen

Darauf richte sich auch die Nospa seit 2013 mit Erfolg aus. „Das volle Programm, gleich nebenan“ – unter diesem Motto habe man die Beratungskompetenz im Jahr 2014 neu gebündelt. „Seitdem investieren wir regelmäßig und nachhaltig darin, für unsere Kunden auf möglichst vielen Wegen zur Verfügung zu stehen – persönlich wie auch digital.“ Die genauen Auswirkungen der anstehenden Personalreduzierung auf die Nospa-Zentrale am Holm konnte Menke gestern noch nicht beziffern. Dies stehe erst nach Abschluss der laufenden Gespräche fest.

Aufgrund branchenüblich zahlreicher Teilzeitstellen bei der Sparkasse kursierten immer wieder unterschiedliche Zahlen, weshalb Menke klarstellt: „Insgesamt haben wir zur Zeit circa 880 Vollzeitstellen. Diese wollen wir auf 800 anpassen.“

Diese Meldung fällt zeitlich fast zusammen mit einer unerfreulichen Nachricht für die ganz überwiegende Zahl der Kunden: Zum 1. Oktober greift die Girokonto-Gebührenerhöhung um monatlich zwei Euro. Bei rund 140.000 Girokonto-Kunden soll dies das Institut jährlich um rund 3,3 Millionen Euro entlasten.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 08:52 Uhr

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