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Flensburger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 06:12 Uhr

Stadtplanung : Neues Viertel bis Ende 2019

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Konkreter Zeitplan für die Umgestaltung des Bahnhofsumfelds / Zauneidechse muss umgesiedelt werden / Kühlhaus-Frage bleibt offen

Die ersten Überlegungen liegen über fünf Jahre zurück, der Rahmenplan ist mittlerweile drei Jahre alt, doch richtig viel ist nicht passiert seitdem im Umfeld des Bahnhofs. „Wir machen uns auf eine 15-jährige Reise“, hatte der städtische Chefplaner Peter Schroeders im August 2012 orakelt. Davon sind vier schon fast vorbei. Immerhin hat die Stadt jetzt einen Zeitplan vorgelegt, der vor allem im Hinblick auf die Fertigstellung sehr sportlich erscheint: Ende 2019 soll zwischen Bahnhof und Campus ein neues Wohnquartier mit rund 500 Wohneinheiten stehen.

Erste konkrete Schritte sind jetzt der Abbruch des Hallenbades und der Gebäude auf dem Sportplatz des VfB Nordmark, der den Großteil der neuen Wohngebäude aufnehmen soll. Die Flensburger Gesellschaft für Stadterneuerung (FGS), federführend beim städtebaulichen Großprojekt Bahnhofsumfeld, wird die Abbrucharbeiten jetzt ausschreiben. Sicher ist, dass die Berufsfeuerwehr auf dem Grundstück des Hallenbades ihre neue Wache bekommen wird. Nicht sicher ist hingegen, was auf dem frei werdenden Feuerwehrgelände geschehen soll; wahrscheinlich ist auch hier eine Wohnnutzung.

Wenn die Stadt neue Viertel plant, geht es meist nicht ohne externes Know-how; bis Herbst soll ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt werden. Aus dem soll bis Sommer 2017 ein Sieger hervorgegangen sein. Parallel dazu wird die Bauleitplanung auf den Weg gebracht, wie Andreas Gutschank von der FGS jüngst im Planungsausschuss der Ratsversammlung erläuterte. Die Erschließung des Areals könnte so bis Herbst 2018 abgeschlossen sein.

Doch vorher muss die Zauneidechse umgesiedelt werden, und zwar zu hundert Prozent, wie Gutschank wissen ließ. Es müssen neue Lebensräume für die kleinen Reptilien geschaffen werden, und ein biologisches Fachgutachten ist ebenfalls erforderlich. Auch seien Maßnahmen zum Vogel- und zum Fledermausschutz erforderlich.

Das Bauen dürfte hier nicht einfach werden; ein Großteil der Baufläche gehört zum Bereich des aufgeschütteten Mühlenteichs. Man habe es mit einem hohen Stauwasserspiegel zu tun, so Gutschank, und komme um eine Pfahlgründung bis in 14,5 Meter Tiefe nicht herum. „Grundsätzlich erscheint eine Auffüllung des Bodens sinnvoll“, riet er. Zwar bildet sich im Boden Methangas, was bei Bohrungen festgestellt wurde, doch es gebe „keine größeren Verunreinigungen, die einer Bebauung im Wege stehen könnten“, betonte Andreas Gutschank.

Wenn sich im Boden die Nässe ohnehin schon staut, kann er nicht mehr viel Regenwasser aufnehmen. Statt teure Regenrückhaltebecken anzulegen, schlägt die FGS ein so genanntes Mulden-Rigolen-System vor. Das ist eine Kombination aus oberflächlichen Mulden und einem unterirdischen Wasserspeicher, der das Wasser langsam ins Erdreich abführt. Überschüssiges Wasser könne in den Gleisbach abgeführt werden. Man denke auch über Gründächer nach, die Wasser speichern können. Zufahrten zum neuen Wohnquartier könnten in der Kurve Mühlendamm/Am Mühlenteich beim Hallenbad oder etwas weiter südlich Richtung Bahnhof angelegt werden. Noch nicht festgelegt hat sich die Stadt in Sachen Kühlhaus; ein Umzug in die Alte Bahnpost war zuletzt kein Thema mehr, stattdessen versucht man jetzt offenbar, einen möglichen Lärmkonflikt zwischen Kühlhaus und Wohnbebauung zu regeln.

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erstellt am 09.Mai.2016 | 07:57 Uhr

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