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Flensburger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 04:18 Uhr

Neues Miteinander für die Hafenspitze

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Weil viele Fahrradfahrer auf dem ehemaligen Radweg immer noch fahren wie früher, startet die Stadt eine Offensive mit Schildern und Aufklebern

Es war am Abend des 11. Mai, gegen 19.10 Uhr, als die Warner an der Hafenspitze Recht bekamen. Es war noch komplett hell und trocken, als ein Radfahrer auf dem Weg vor dem Restaurant „Heimathafen“ (früher Bellevue) einen anderen überholte und mit einem entgegenkommenden Radler frontal zusammenstieß – vor den Augen einer Kellnerin. Nach Angaben der Polizei wurde der entgegenkommende Fahrer leicht verletzt.

Marius Steffens und seine Kellner vom Heimathafen kennen solche Situationen nur zu gut. Er braucht ein einziges Wort, um die Lage seines Personals vor dem Restaurant zu beschreiben: „Katastrophal“, schimpft er. „Die fahren wie die Wilden“. Natürlich sei das nur eine Minderheit, ein paar Rücksichtslose, die zwischen Fußgängern und spielenden Kinder an der Hafenspitze Slalom fahren.

Das Problem: Bis zur Jahrtausendwende gab es hier, wo auch der Ostseeküstenradweg entlangführt, einen mit Fahrrad-Symbolen auf dem roten Pflaster gut ausgeschilderten Radweg. Nach Angaben von Alexandra Schütte, der Radverkehrsplanerin der Stadt, ist es 15 Jahre her, dass dieser Weg aufgehoben wurde. Die Verbundsteine wurden einfach neu gelegt, aber eine klare Beschilderung, die allzu forschen Radlern die neue Lage erklärte, blieb aus.

Bis in diesem Jahr die Ausschilderungsoffensive startete: Zunächst baute die Verkehrsbehörde an der Zufahrt des Weges „Am Kanalschuppen“ vor Klarschiff ein blaues Schild „Fußgängerzone“ auf. Ende April folgten die Hinweisschilder „Fahrrad frei – Schritttempo“ (Foto). Und gestern klebte Bürgermeister Henning Brüggemann gemeinsam mit Radplanerin Schütte, Helge Nissen von der Verkehrsbehörde sowie Helene Wahl vom Fahrradclub ADFC und FÖJlerin Ann-Kathrin Wild die ersten fünf „Rücksicht nehmen“-Aufkleber auf das Pflaster. Die Stadt setzt in der neuen „Miteinander-Zone“ nämlich auf die Einsicht der zu schnellen Zweiradfahrer auf diesen sensiblen 300 Metern zwischen Hafenspitze und Fischereiverein. „Wir sprechen mit den Schildern zunächst die Leute an, die sich im Recht fühlen oder es nicht besser wissen“, sagt Helge Nissen. Wenn bei mäßigem Wetter die Bahn frei ist, wird wohl niemand etwas dagegen haben, wenn das Schritttempo mal etwas höher ausfällt. Aber an sonnigen Sommerabenden oder am Wochenende und allemal im Bereich des Hafenspitzen-Spielplatzes wird in der neu ausgerufenen Miteinanderzone ab sofort voll auf Rücksicht gesetzt. Bürgermeister Brüggemann sieht auch im nahen Bahndamm auf der Ostseite hinter dem „Hemathafen“ Chancen für einen künftigen Radverkehr, will sich ohne Votum der Kommnalpolitik aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen: „Baulich ist es natürlich möglich, aber wir brauchen ein Gesamtkonzept für den Hafenostbereich.“

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