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Flensburger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 08:45 Uhr

Kultur : Neues altes Literaturfest für die Grenzregion

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

"Ord far Nord" statt "litteraturfest.nu"

Andere Autoren, anderer Name, andere Sprache: Das grenzüberschreitende Literaturfestival „litteraturfest.nu“ heißt jetzt „Ord Fra Nord“ (Wort aus dem Norden) – Literaturfestival im Grenzgebiet. Bis Sonnabend, 17. September, veranstaltet die Dansk Centralbibliotek in Flensburg das nordische Literaturfestival – ausschließlich auf Dänisch.

Schwedische (Pop-)Stars, darunter Fredrik Backman und Håkan Nesser zählten zu den Gästen der ersten sechs Ausgaben. Bislang sei immer das Nordisk Informationskontor federführend gewesen und habe die Stadt Flensburg ins Boot geholt, erinnert sich Torge Korff, der Chef des Flensburger Kulturbüros. Nunmehr sei es nicht mehr Teil der Organisationsstruktur. Zudem setze die neue Leiterin des Informationskontors Eva Ritter andere thematische Schwerpunkte, so dass die Dänische Zentralbibliothek von sich aus gesagt habe, die Veranstaltung fortzuführen, auf Dänisch.

Das alte Festival habe deutschsprachigen Lesern einen Zugang zu moderner skandinavischer Literatur ermöglicht. Zugleich sei es nicht so einfach, dem ursprünglichen deutsch-dänischen Anspruch gerecht zu werden, weil Literatur Sprachgebrauch bedeutet. Insofern nennt es Torge Korff auch konsequent, sich auf eine Sprache zu konzentrieren.

In diesem Jahr lesen und erzählen insgesamt vier Autoren bei „Ord Fra Nord“: Anne Lise Marstrand-Jørgensen, 1971 in Frederiksberg geboren, ihr Landsmann Morten Brask, Jahrgang 1970, der Isländer Einar Már Guðmundsson (59) und Jesper Stein aus Arhus (Jahrgang 1965).

Am Donnerstag um 19.30 Uhr erzählt Morten Brask in der Dänischen Zentralbibliothek (Norderstraße in Flensburg) über die antisemitische Filmpropaganda der Nazis. Am Sonnabend um 14 Uhr ist er dort noch einmal zusammen mit seinem Kollegen Einar Már Guðmundsson zu Gast. In den Erzählungen über isländische Fantasten und Träumer von Einar Már Guðmundsson gehören Ernst und Humor eng zusammen. Der engagierte Autor hat den „Nordisk Råds litteraturpris“ für das Werk „Engel des Universums“ bekommen. Morten Brask hat Fachbücher und Romane wie „En pige og en dreng“ und „Havet i Theresienstadt“ geschrieben.

Schon Tags zuvor, am Freitag, beginnt in der Zentralbibliothek um 15 Uhr eine Lesung mit Jesper Stein und Anne Lise Marstrand-Jørgensen. „Unruhe – der erste Fall für Kommissar Steen“ ist ein Krimi von Jesper Stein. Protagonist ist der untypische Polizeibeamte Axel Steen, der Privatleben und Arbeit schwer in Einklang zu bringen vermag.

Flankierende Veranstaltungen des Literaturfests in Flensburg, Schleswig und nördlich der Grenze sind Filmvorführungen für Familien und die Ausstellung „En kunstner et værk. Ein Künstler ein Werk“, die noch bis 22. Oktober in der Zentralbibliothek zu sehen ist. Weitere Informationen: OrdFraNord.dk. Die Eintrittskarten sind in der Dänischen Zentralbibliothek erhältlich.




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