zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

24. August 2016 | 12:14 Uhr

Bahngutachten : Neuer grüner Radweg statt Bahnhof mitten in der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Verein zur Erhaltung der östlichen Altstadt wendet sich gegen den Vorschlag der Bahngutachter. Das Gutachten sieht als Option einen Innenstadtbahnhof am Bahndamm zwischen ZOB und der Wilhelmstraße vor.

Flensburg | Noch ist das Gutachten nicht fertig , doch die Gegner bringen sich schon mal in Position: „Kein Bahnhof im Johannisviertel!“, fordert der Verein zur Erhaltung der östlichen Altstadt. Hintergrund ist ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten zur künftigen Bahnstruktur in und um Flensburg. Es sieht als Option einen Innenstadtbahnhof am Bahndamm zwischen ZOB und der Wilhelmstraße vor (wir berichteten).

„Das Vorhaben ist für unser Quartier städtebaulich unverträglich, verkehrspolitisch eine Fehlplanung und unter finanziellen Aspekten unwirtschaftlich“, so Brigitte Noah, die Vorsitzende des Vereins. Ein solcher Bahnhof werde zusätzlichen Verkehr ins Johannisviertel ziehen. „Damit wäre die mühsam errungene Verkehrsberuhigung im Viertel hinfällig und die Lebensqualität in der historischen Altstadt würde sich verschlechtern.“ Noah gibt zu denken, dass nur wenige Personen in fußläufiger Entfernung zum ZOB wohnen. Die Nutzer eines geplanten Bahnhofes im Zentrum würden demnach aus dem ganzen Stadtgebiet und aus dem Umland kommen und zusätzlichen Verkehr in das Viertel ziehen.

Wie berichtet, haben die Gutachter insgesamt vier mögliche Standorte für derzeitige und zukünftige Bahnhöfe genannt: Weiche, Nähe Citti-Park, Zob und den heutigen Bahnhof. Die Station am Zob wäre über den Bahndamm zu erreichen; die Weiche dorthin müsste im Wilhelminental reaktiviert werden. Sollte die Bahnstrecke nach Niebüll wieder in Betrieb genommen werden, könnten Züge aus Niebüll direkt bis zum Zob fahren.

Der Verein der östlichen Altstadt führt vor allem die Parksituation im Viertel ins Feld. „Schon heute ist die Parksituation im gesamten Johannisviertel sehr angespannt“, heißt es in einer Stellungnahme des Vereins. „Dieses Quartier kann nicht den Parkplatzbedarf für die Innenstadt, einen neuen Bahnhof und die Anwohner zugleich decken.“ Es müsse im Gegenteil vom Pkw-Verkehr entlastet werden. Weiteres Argument: „Ein zusätzliches Bahnhofsparkhaus an der Wilhelmstraße würde die vorhandene städtebauliche Struktur des kleinteiligen Johannisviertels zerstören.“

Auch seien die „immensen Kosten“ für die Planungen und einen Bahnhofsbau wirtschaftlich nicht darstellbar. Vorhandene Mittel sollten dazu genutzt werden, den ÖPNV zu erhalten und zu stärken. Der Verein, der den Erhalt des Viertels zum Ziel hat, möchte entsprechend auch den Bahndamm mit seinem Baumbestand erhalten. Er sei ein grünes Band entlang des Johannisviertels und schütze es vor dem Lärm der Süderhofenden. Es gebe gute Ideen, diese grüne Linie als Fuß- und Radweg zu entwickeln.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Okt.2015 | 14:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen