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Flensburger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 06:57 Uhr

Verkehr : Neuer Computer gegen Ampel-Frust

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Alter Rechner kaum noch leistungsfähig / Mit Nebenkosten muss die Stadt 320 000 Euro für die Neuanschaffung berappen

Mürwiker kennen das: Die Kreuzung Schottweg / Wasserlooser Weg/ Einkaufsmarkt ist sonnabends latent überlastet. Wer vom Wasserlooser Weg links in den Schottweg Richtung Osttangente abbiegen will, hat verloren – auch der Bus der Linie 11. Bisweilen schaffen es nur zwei oder drei Fahrzeuge, die Kreuzung während einer Grünphase zu durchfahren. Dafür hat der Schottweg gefühlt minutenlang Grün, ohne dass Fahrzeuge unterwegs sind.

Dieses ärgerliche Szenario soll ein Ende haben, wenn endlich der neue Verkehrsrechner kommt. Der kann mehr Szenarien speichern als der jetzige, und er kann flexibler reagieren. Die Verkehrsplaner im Technischen Rathaus können online auf den Rechner zugreifen und Szenarien abrufen; bisher müssen sie dafür vom Technischen Rathaus zum Technischen Betriebszentrum (TBZ) an der Schleswiger Straße fahren.

Der neue Verkehrsrechner ist kein PC aus dem Supermarkt und auch nicht ganz so günstig. 17  000 Euro kostet so eine Maschine, dazu kommen noch einmal 25  000 Euro für die passende Software. Doch das ist nur der Anfang. „Wirklich teuer ist die Anbindung der Ampeln an den neuen Rechner“, erläuterte Barbara Hartten, Leiterin des Technischen Bereichs im TBZ, auf der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses. Insgesamt standen 320  000 Euro zur Debatte; der Ausschuss stimmte nach kurzer Diskussion dieser Ausgabe zu.

Fast alle Knotenpunkte im Stadtgebiet hängen an dem Rechner, insgesamt seien es 72, so Hartten. Nur einige Fußgängerampeln würden nicht von dem Zentralrechner gesteuert. Im Unterschied zum jetzigen Rechner könne er neue Verkehrsereignisse wie zum Beispiel Staus sehr lange speichern. Er schaltet nicht nur die Ampelphasen, sondern zählt auch laufend die Fahrzeuge, die einen Knotenpunkt passieren. Man wolle sich sukzessive alle Knotenpunkte vornehmen und schauen, ob Verbesserungen möglich seien, so Hartten. Im Ausschuss sagte sie auf Nachfrage des SSW-Ratsherrn Glenn Dierking Verbesserungen grundsätzlich zu; ob es deutliche Verbesserungen seien, beharrte Dierking, Da wollte sich die TBZ-Frau jedoch nicht festlegen.

Am Ende ist es das schlichte Alter des Rechners, der eine Neuanschaffung wohl unumgänglich macht. Er ist 18 Jahre alt und damit älter als vermutlich jeder PC in sämtlichen Rathausstuben. Neue Steuerungsprogramm können nicht mehr installiert werden. Es sei unsicher, wie lange eine Wartung der Schnittstellen zu den Ampelanlagen überhaupt noch möglich ist. Mit dem alten Rechner werde eine verkehrsgerechte Steuerung der Ampeln immer schwieriger. Am Ende stimmte der Ausschuss einstimmig zu.

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erstellt am 19.Jul.2016 | 12:48 Uhr

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