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Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 17:24 Uhr

Investition : Neue „Linie Vier“ für mehr Flens

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Modernisierung schreitet voran: Zwölf Millionen Euro teure Produktionslinie gilt als die weltweit modernste Bügelverschlussanlage

Aus plausiblen Gründen ist die Straße Munketoft in Höhe der Brauereizufahrt seit einigen Tagen für den Durchgangsverkehr gesperrt: Derzeit werden für eine Modernisierung der Flens-Produktion echte Schwergewichte angeliefert, die aufwändig mit zwei großen Kränen 20 Meter über das alte Brauerei-Gebäude in dessen Hof gehievt werden müssen.

Gestern Vormittag war es eine kompakte Etikettier-Maschine, vergangene Nacht sollten es drei Teile der Flaschen-Reinigungsanlage im Gesamtgewicht von 80 Tonnen sein. Über drei Wochen lang liefern 50 Lkw alle Teile dieser Anlage an, wobei nicht alle kranabhängig sind. Daraus wird eine komplexe Bügelverschluss-Flaschenabfüllanlage montiert – die neue Produktionslinie Vier.

Sie gehört zu einer im vergangenen Jahr von der Flensburger Brauerei aufgelegten Modernisierungs-Investition von knapp 20 Millionen Euro in den Standort. Im vergangenen Herbst wurde bereits der Verbindungstunnel unterhalb der Schleswiger Straße erneuert, in diesem Frühjahr die gesamte Palettierungstechnik ausgetauscht. Auch die Konfektionierung so genannter Four- und Sixpacks wurde schon weitgehend automatisiert. Aktuell wird nun eine bestehende Werkhalle von rund 2500 Quadratmetern Fläche komplett umgekrempelt, in der die neue Produktionslinie aufgebaut wird – nach Brauereiangaben „die modernste Bügelverschlussanlage der Welt“.

Um dieses Ziel zu erreichen geben die Bierbrauer bemerkenswerte zwölf Millionen Euro aus, die für die Anlage fällig werden, aber auch für erforderliche Umbaumaßnahmen. Denn die vorhandene Halle selbst wurde im Jahr 1980 über den historischen, aus dem vorvergangenen Jahrhundert stammenden alten Gärkellern erbaut. Um die massiven Tonnagen der neuen Anlage überhaupt tragen zu können (in Aktion bringt die Abfüllanlage locker 200 Tonnen auf die Waage), musste die Tragfähigkeit der Decken (also des Hallenbodens) deutlich verstärkt werden.

„Anders als bei den vorangegangenen Modernisierungsarbeiten, die bei laufender Bierproduktion ausgeführt werden mussten, können wir den Aufbau der Linie Vier davon ungestört vorantreiben“, erläutert der technische Geschäftsführer der Brauerei, Hans-Peter Heyen.

Etwa ein Jahr lang haben die Brauer mit verschiedenen Anlagenbauern die Details abgestimmt, darunter 20 Punkte, die für eigene Bedürfnisse optimiert werden sollten. General-Unternehmer wurde die Flensburger Firma Krones, deren Flaschenreinigungsmaschine sogar „made in Flensburg“ ist.

„Die Investitionen sind aus unserer Sicht sinnvoll, weil die bestehenden Abfüllanlagen zwar gut funktionieren, aber auch 17 Jahre in Betrieb sind“, sagt Heyen. Außerdem habe die neue Anlage eine höhere Nenn-Leistung, ausgelegt auf 40  000 Flaschen pro Stunde bei einem zu erwartenden Wirkungsgrad von 80 Prozent. Damit fülle sie vergleichsweise etwa 5000 Flaschen mehr die Stunde ab. Diese Mehrleistung komme der Brauerei sehr gelegen, da sie entgegen dem Trend im deutschen Biermarkt steigende Absätze erziele.

Wenn die neue Produktionslinie Vier Ende des Jahres in Betrieb geht – erste Testläufe erfolgen ab Oktober –, werden darauf alle 0,33-Liter Flens-Buddeln abgefüllt. Damit entfällt zudem der aufwändige Umbau auf andere Formate, für die eine der bestehenden Linien modernisiert wird. Ab dann kann die neue Anlage bei Brauereiführungen auch „live“ erlebt werden

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erstellt am 18.Aug.2016 | 07:47 Uhr

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