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Dollerup : Neue Heimat für Ösensetzer, Schärfmaschine und Schuhweiter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Lange suchte Peter Grube für seine Maschinen und Werkzeuge vergeblich einen Platz in einer volkskundlichen Sammlung.

Dollerup | Sie bildete 49 Jahre eine bescheidene, aber sichere Existenzgrundlage, die Schusterwerkstatt im Dolleruper Ortsteil Weigab. Nun wurde sie leer geräumt, und alle Gerätschaften traten eine 450 Kilometer lange Fahrt ins Emsland an. Damit kappte Schuhmachermeister Peter Grube (Foto, rechts) die letzte Verbindung zu dem Beruf, den er mehr als 60 Jahre vom Beginn der Lehre im Jahre 1945 bis zur Werkstattschließung Ende Juni 2005 ausgeübt hatte. Vor vier Jahren hatte der heute fast 86-jährige sein Haus an ein junges Paar verkauft, sich aber ein lebenslanges Wohnrecht in zwei Zimmern ausbedungen. Der Raum mit der immer noch vorhandenen Schusterwerkstatt sollte nun anderweitig genutzt werden. Deshalb suchte Grube nach einer Verwendung für die Werkstatteinrichtung. Durch einen Bericht in unserer Zeitung wurde Peter Hansen aus Kalleby auf die Einrichtung aufmerksam. Er wusste, dass sein in alte Technik vernarrter Bruder Walter, der seit Langem in Emsbühren in Niedersachsen wohnt, im Begriff ist, eine ländliche Sammlung mit alten Traktoren, Maschinen, Werkzeugen, Haushaltsgeräten und Werkstatteinrichtungen aufzubauen. Die Verbindung war schnell hergestellt, und auch Einigkeit wurde bald erzielt. Am vergangenen Wochenende kam Walter Hansen in seine frühere Heimat und lud die alten Gerätschaften der Schuhmacherei, darunter Pressen, Schärfmaschine, Ösensetzer und Schuhweiter, auf einen Anhänger. Am im doppelten Sinne gewichtigsten war eine etwa 250 Kilogramm schwere „Ausputzmaschine“ mit verschiedenen Möglichkeiten zum Schleifen und Polieren. Grube ist erleichtert, dass es gelungen ist, alle seine Gerätschaften vor dem Verschrotten zu bewahren. „Das freut mich wirklich. Jetzt bleiben sie der Nachwelt erhalten!“ Daher verspüre er auch keinen Trennungsschmerz.

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