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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 05:15 Uhr

Sörup : Neue Heimat für kleine Lurche

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Stiftung Naturschutz setzt am Winderatter See 1000 junge Rotbauchunken aus. Die Tierart ist vom Aussterben bedroht.

Ihr Konzertsaal ist 160 Hektar groß, ihre Bühne sind 70 Teiche. Der Orchester-Standort ist das Naturschutzgebiet um den Winderatter See. Um den See zu retten, dessen Wasserfläche vor 200 Jahren 15 Mal so groß war wie heute, hat die Stiftung Naturschutz um den 24 Hektar großen See herum 160 Hektar Weideland aufgekauft und sie unter Naturschutz gestellt. In den vergangenen Jahren sind vorhandene Kuhlen und Teiche ausgebaggert und neue angelegt worden. Heute sind auf der Fläche 70 Teiche unterschiedlicher Größe verteilt. Ein Paradies für viele Tierarten und besonders für Frösche und Kröten, die außerhalb der Naturschutzflächen kaum noch Lebensräume finden.

So wurden 1989 bereits 3000 Frosch-Kaulquappen ausgesetzt. „Die haben sich prächtig entwickelt“, weiß Prof. Willfried Janßen, Mentor und fachlicher Begleiter des Naturschutzprojektes Winderatter See von den kräftigen Froschkonzerten um den See herum. „Inzwischen hat sich um den Winderatter See die größte Laubfroschpopulation des Landes etabliert“, sagt Janßen.

Die Froschsänger bekommen nun Unterstützung. Sie sind zwar noch winzig, bringen es gerade mal auf zwei Zentimeter Länge, wenn sie ihren Schwanz als Kaulquappe abgeworfen haben. 1000 junge Rotbauchunken hat die Stiftung Naturschutz in die „freie Teichlandschaft“ entlassen. Sie sind echte Angeliter, wurden als Laich auf der Geltinger Birk gesammelt. Die Aufzucht erfolgte in Dänemark bei den Experten der Firma Amphi Consult. Mit dem Aussetzen der Unken will die Stiftung, den vom Aussterben bedrohten Tieren in idealen Lebensbedingungen ein Überleben sichern und ihren Bestand vergrößern. Die Aktion „Rotbauchunken“ steht im Zusammenhang mit einem EU geförderten, schwedischem Projekt zur Erhaltung gefährdeter Amphibien- und Wasserinsektenarten, die in acht Natura 2000 Gebieten in Schleswig-Holstein bis 2020 unterstützt und wiederangesiedelt werden. Hauke Drews, von der Stiftung Naturschutz, kündigte weitere Ansiedlungsprojekte an. So soll auch die Kreuzkröte hier eine neue Heimat finden und den Froschchor bereichern.

Das Stiftungsland um den Winderatter See wird auch als offene Weidelandschaft genutzt. „Auch in diesem Bereich haben wir neue Erkenntnisse gewonnen“, berichtet Drews. Durften früher die Kühe nicht direkt an die Teiche, um den Uferbereich zu schützen, sollen die Tiere heute gezielt im Uferbereich saufen und dabei einen ungewollten Bewuchs in diesem Bereich verhindern.


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erstellt am 26.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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