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Diako und St. Franziskus : Neubaupläne in Flensburg: Kliniken stehen in den Startlöchern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Diako und St. Franziskus haben große Baupläne am historischen Standort – und warten auf die endgültige Zusage des Landes.

Flensburg | Mit 2500 Diako-Mitarbeitern und 1100 Maltesern stellt der Flensburger Klinik-Verbund aus Diako und St. Franziskus nicht nur den wichtigsten Krankenhausstandort nördlich der Uni-Klinik in Kiel. Mit 3600 Beschäftigten in den Klinik- und Pflegeeinrichtungen bilden sie den mit Abstand größten Beschäftigungsfaktor in der Stadt. Doch große Teile der Bausubstanz der beiden wachsenden Häuser auf der westlichen Höhe sind in die Jahre gekommen. Das gilt für die seit 1874 zwischen Knuthstraße und Marienhölzungsweg residierende Diakonissenanstalt ebenso, wie für das Malteser Krankenhaus St.-Franziskus, das 1902 aus der Marienstraße an die Dorotheenstraße zog, beides damals weit draußen vor den Toren der Stadt.

Heute indes gelten die beiden Klinikkomplexe zwischen Stadtpark und Waldstraße als citynah und planen jeweils eine nahezu komplette Erneuerung auf ihrem Gelände. Den Startschuss haben sie allerdings nicht selbst in der Hand, wie Martin Wilde, Kaufmännischer Vorstand der Diako, und Malteser-Geschäftsführer Klaus Deitmaring im Gesundheitsausschuss der Stadt berichteten. Ende März/Anfang April soll die Entscheidung fallen, ob die Erneuerung der Flensburger Krankenhäuser in den Finanzplan des Landes aufgenommen werden. Dann würde ein bis zu zweijähriger Planungszeitraum ein Millionen-Bauprojekt anschieben, das bis mindestens 2025 Abriss und Erneuerung in Raten bringen dürfte: „Wir sehen der Entscheidung des Landes mit Spannung entgegen“, sagt Martin Wilde.

Blick vom Stadtpark: Krankenhaus und Kirche der Diako 1889.
Blick vom Stadtpark: Krankenhaus und Kirche der Diako 1889. Foto: sh:z
 

Rektor Wolfgang Boten macht die historische Dimension der Planungen deutlich: „Das ist das größte Projekt in der 143-jährigen Geschichte der Diako.“ Und Klaus Deitmaring berichtete, dass die Malteser nach vielen Jahren des Wartens und Improvisierens zunächst einen neuen Bettentrakt bauen möchten – für 112 Patienten ausschließlich in Ein- und Zwei-Bett-Zimmern.

Am kompliziertesten ist wohl die Neubauplanung auf dem Diakogelände mit seinen neun Metern Gefälle, vielen Rampen, unterschiedlichen Ebenen und zwei Intensivstationen. Mit den 628 Betten und Tagesklinikplätzen versorgte die Diako 2016 rund 25.000 stationäre und 65.000 ambulante Fälle. Aber auch das St. Franziskus ist in den vergangenen Jahren weiter gewachsen: Die stationäre Fallzahl stieg zuletzt um 550 auf 11.300 und die ambulante um 4000 auf 30.000 – und die Bettenzahl zwischen Dorotheen- und Waldstraße wuchs um fast 40 auf 375.

Deitmaring sieht für den Klinikverbund auch die Chance, die Krankenhausprozesse Patienten- und Mitarbeiter-orientiert neu zu ordnen. Wenig Personal, ein hoher Krankenstand und eine hohe Fluktuation: Die Branchenprobleme machen an der Flensburger Stadtgrenze nicht halt. Im Gesundheitsausschuss, wo Diako und St. Franziskus nur lobende Worte für ihre Arbeit und Planungen fanden, gab Deitmaring offen zu: „Das ruhige Gespräch am Bett zu führen, sind wir immer weniger in der Lage.“

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erstellt am 08.Mär.2017 | 05:49 Uhr

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