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Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 07:14 Uhr

Sieben auf einen Streich : Netzwerk für Naturwissen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Deutsche und dänische Science-Center wollen neue Besuchergruppen erschließen

Am Nordertor hatte Tadjine ihre 15 Minuten Ruhm. Kein Passant, dem nicht ein Lächeln übers Gesicht lief beim Anblick des seltensten Esels der Welt, eines Poitou. Die zwölfjährige Tadjine war mit Stefanie Klingel nach Flensburg gekommen. Die Pädagogin zählt zum Team der Arche Warder, dem Zentrum für seltene Nutztierrassen. Dieses ist einer von sieben Partnern nördlich und südlich der Grenze, die ab sofort zusammenarbeiten. Alle sieben eint das Ziel, das Interesse jüngerer wie älterer Besucher für Natur und Biologie, Wissenschaft und Technik zu wecken und zu fördern. „Wir fühlen uns in diesem Netzwerk gut aufgehoben“, sagte Klingel, weil jedes Mitglied einen „gewissen Bildungsanspruch“ anlege.

Den Grundstein zur Kooperation hat ein Interreg-Projekt gelegt, das 2015 zu Ende ging und an dem neben der Arche auch die Flensburger Phänomenta und der Universe Science Park aus Nordborg beteiligt waren. Dessen Direktor Torben Kylling Petersen gilt als Initiator des deutsch-dänischen Septetts, das seine Pläne in der Phänomenta vorstellte. „Wir möchten auf beiden Seiten der Grenze das Bewusstsein verstärken, dass es uns gibt“, erklärte Achim Englert, der Leiter des Flensburger Science-Centers.

Zum einen wird deshalb ab dem neuen Jahr jeder, der eine Jahreskarte einer Partnereinrichtung hat oder erwirbt, die anderen Museen und Parks zum halben Preis besuchen dürfen. Außerdem haben die sieben Partner eine Tour geplant, bei der sich alle Einrichtungen jeweils bei einer anderen zugleich vorstellen, so dass Besucher alle sieben auf einmal erleben können (siehe Infobox).

Selbst den Beteiligten bleibt unerklärlich, warum der Bekanntheitsgrad einer jeden Einrichtung im jeweiligen Nachbarland begrenzt ist. Englert erzählt vom Hjemsted Oldtidspark bei Skærbæk und dem „Museum unter der Erde“ und musste einräumen: „Ich bin seit 20 Jahren in Flensburg und kannte es nicht.“ Kathrin Schaller vom Aktivitätspark b erläuterte, während sie ein Fässchen Butter schlug, dass Besucher hier etwas über die Eisenzeit erfahren und deren Alltag erleben.

Ebenfalls sehr praxisnah geht es im Universe Science Park zu: „Mit Energie spielen, Raketen bauen und abfeuern und die eigene Intelligenz ausforschen“, nannte sein Direktor Torben Petersen als Aktivitäten.

Den Fokus auf die Fauna legen die übrigen drei Partner. Klaus Melbye, Chef des Vadehavscentret in Ribe, bezeichnet sein Wattenmeerzentrum als „Tor zum Weltnaturerbe“. Zum 2. Februar eröffnet das Museum sein neues Reetdachhaus. Eine Attraktion: „Man kann in einem Schwarm von Zugvögeln sitzen – und man kann es spüren“, wirbt Klaus Melbye. Das deutsche Pendant, das Multimar Wattforum in Tönning, beschäftigt sich ebenfalls mit dem Leben von Mensch und Tier am Wattenmeer, erläuterte Claus von Hoerschelmann. Man könne sich mit einem Taucher im Aquarium unterhalten und die Welt der Wale entdecken. Über das größte Seehundbecken Deutschlands mit 1,2 Millionen Liter Nordseewasser verfügt das Robbarium im barrierefreien Westküstenpark in St. Peter-Ording. Hier könne man allen Tieren nahe kommen, sagte Mitarbeiter Jonas Feist, auch größeren wie Schafen, Ziegen und Eseln.

Stefanie Klingel von der Arche Warder resümierte froh über die neue Kooperation: „Wir ergänzen uns.“

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erstellt am 04.Nov.2016 | 08:57 Uhr

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