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Niederdeutsche Bühne Flensburg : NDB auf der Reeperbahn nachts um halb eins

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Große Freiheit Nr. 7: Umjubelte Gänsehaut-Premiere des Käutner-Klassikers

Mit einer riesigen Portion Gänsehautfeeling beglückte der Schlussakkord der Niederdeutschen Bühnen-Premiere am Sonnabendabend. Tobender Jubel, stehende Ovationen, ein voll besetztes Theater, in dem sich die Reihen begeisterter Zuschauer im Takt wiegen, viele hundert Kehlen gemeinsam mit den rund dreißig Darstellern auf der Bühne „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ schmettern. „Spitze“, lobte ein Besucher beim Hinausgehen zu Recht.

Das nach dem Filmklassiker von Helmut Käutner von Karl Vibach entworfene Musical „Große Freiheit Nr. 7“ bietet in der niederdeutschen Fassung von Frank Grupe eine aufwendige Inszenierung mit großem Ensemble, Livemusik auf der Bühne und eine tolle Geschichte, die durch den Film mit Hans Albers unvergessen ist. Alles trägt zum Gelingen bei: Elmar Thalmanns zauberhaftes Bühnenbild des Reeperbahn-Nachtlokals „Hippodrom“, die zeittypischen Kostüme der wilden, aber auch bescheidenen Zwanziger (Barbara Büsch), die mitreißenden Ohrwürmer der Liveband auf der Bühne, die Andreas Fahnert in Topform brachte: mit Christian Spevak (musikalische Leitung, Klavier) Michael Fecker (Schlagzeug), Finn Strothmann (Bass), Nils Kafka (Saxophon). Als Choreograph zaubert Bent Larsen Hingucker nach Hingucker mit frechen Tanzeinlagen der Hippodrommädel, die die Gäste aufmuntern (Corinna Clausen, Julia Günther, Stephanie Holoman, Kay Janßen, Angelika Kahra, Cathy Larsen, Bernhard Petersen, Michelle Praedel, Stephan Schadwinkel, Anna-Lena Schmaucks).

Mit feinem Gespür für die Menschen und ihre Geschichten bringt Regisseur Jörg Schade den Spagat zwischen frivol heiterer Reeperbahn-Fassade und dem wahren, oft schweren Hintergrund der Personen auf die Bühne. Immer wieder unterbrechen zarte, ja tragische Sequenzen den fröhlichen Schwung von Möwengekreisch, Mundharmonika, Akkordeon und der Buddel Rum. Das gibt dem Stück Glaubwürdigkeit, verleiht Tiefe. „Jede der Personen hat das Herz auf dem rechten Fleck“, betont Schade. Jede ihre Sehnsucht, ihre Enttäuschungen. Das macht das Geschehen wertvoll.

Herz des Musicals sind die wunderbaren Schauspieler. Allen voran Manfred Schrader, der mit seiner tiefen, natürlich charismatischen Stimme zum Flensburger Hans Albers wird. Bravo! Auch Julie Marie Olsen als unschuldig niedliche Gisa singt sich mit sanft klarer Stimme in die Seelen der Zuschauer. Mit tiefen Stimmen überzeugen Marlis Dittmer-Bodin als Hippodrom-Chefin Anita, Geesche Braren als Animiermädchen. Stefan Köck als Hein, Harald Sassen als Jupp ut Kölle, Günter Herrmann alias Fiete, ebenso Bonke Meyer, Finn Halvar Möller, Anja Berger, Bent Larsen als köstlicher Boxkämpfer. Die Flensburger „Große Freiheit Nr.7“ ist eine super Leistung der NDB.

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