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Flensburger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 13:54 Uhr

Bildung in Flensburg : Nachhilfe in Sachen Integration

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Wirtschaftsschule Flensburg bietet jungen Flüchtlingen ein Nachmittagsprogramm zur Weiterbildung und zum Austausch an

„Ich wollte nicht nur reden, sondern etwas zur Integration beitragen.“ So beschreibt Elisabeth Lunau-Asmuß, Elternvertreterin an der Wirtschaftsschule HLA (ehemalige Handelslehranstalt) ihr Engagement für das Nachmittagsprogramm an der Schule. Dreimal die Woche haben junge Flüchtlinge vormittags Unterricht, in dem unter anderem Deutsch und Mathematik gelehrt wird. Es gibt vier Flüchtlingsklassen mit 76 Jungen und sechs Mädchen im Alter von 15 bis 18.

Ziel ist es, den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss zu erreichen oder in der Berufsorientierung voranzukommen. In den Klassen besteht eine große Bandbreite an Fähigkeiten. Die einen lernen schnell, waren aber nie sehr lange an einer Schule. Andere haben mehr als acht Jahre in der Schule verbracht, haben aber trotzdem Probleme mit der Aufnahme von Informationen. Die Schüler waren jedoch sehr motiviert und wollten unbedingt mehr lernen als angeboten wurde. Das war der Startschuss für die Gestaltung der Nachmittagsförderung.

Aber was genau lernen sie dort? Zwischen 15.30 und 17.30 Uhr haben junge Flüchtlinge an der HLA die Chance, beispielsweise ihre Grammatik-Kenntnisse zu verbessern oder ihre Hausaufgaben zu bearbeiten. Dabei steht ihnen mindestens eine Lehrkraft zur Seite. Doch auch das Spielen mit anderen ist wichtig, um Kontakt untereinander aufzubauen. Schüler der HLA begleiten das freiwillig, lesen mit den Flüchtlingen, bearbeiten die Aufgaben zusammen oder spielen auch gern mal eine Runde „Mensch ärger dich nicht“ mit ihnen. Ein wöchentlicher Höhepunkt ist das gemeinsame Fußballspielen in der Sporthalle. Es werden gemischte Teams gebildet und einfach drauf los gekickt. Der Abschluss des Nachmittags ist der gemeinsame Aufenthalt im Café der Begegnung. Die Aktion kommt bei den Flüchtlingen sehr gut an. „Lernen und Spielen gefällt mir sehr, so kann man guten Kontakt aufbauen“, sagt Abbas Moradi, Schüler der Flüchtlingsklassen.

Den Betreuern und Initiatoren des Projektes geht es vor allem darum, den Jugendlichen einen Ort zu geben, an dem sie sich austauschen können. Birga Aicher, Abteilungsleiterin und Initiatorin des Programms möchte so die Teilnehmer von der Straße holen. 20 bis 30 Flüchtlinge nehmen regelmäßig an der Veranstaltung teil, je nach Angebot aber auch mehr. Die Hemmschwelle zwischen den Flüchtlingen und den Schülern der HLA ist noch groß, doch bietet dieses Projekt die Möglichkeit, besser in Kontakt zu kommen und so voneinander lernen zu können.

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erstellt am 19.Jul.2016 | 12:49 Uhr

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