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Flensburger Tageblatt

27. Juni 2016 | 22:25 Uhr

Alternativen zur Luftschlossfabrik : Nach der Räumung: Ideen für Harniskaispitze gesucht

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Stadt Flensburg möchte einen Ideenwettbewerb starten, wie das Gelände der ehemaligen Luftschlossfabrik weitergenutzt werden könnte. shz.de sucht schon jetzt nach kreativen Vorschlägen - und macht eigene.

Flensburg | Es ist nur noch eine freie Fläche: das Gelände des ehemaligen Kulturzentrums Luftschlossfabrik an der Harniskaispitze. Die Siedlung wurde am Mittwoch, 3. Februar, unter massivem Polizeieinsatz aufgelöst, anschließend wurden Gebäude abgerissen und das Grundstück vollständig geräumt. Doch bald soll hier wieder Leben herrschen.

Die Firma Highship Ltd. wollte an der Harniskaispitze Luftboote bauen, sie hatte das Gelände von der Stadt gepachtet. Die Pläne entpuppten sich jedoch als großer Schwindel, das Gelände blieb brach liegen. Eine Gruppe von Alternativen machte sich das Areal zu eigen und schuf mit dem Kulturzentrum Luftschlossfabrik einen Freiraum zur Selbstentfaltung, zum Austausch mit anderen sowie für kulturelle und musikalische Veranstaltungen. Seit der Zwangsräumung existiert dieser Freiraum nicht mehr.

Die Stadt plant einen Ideenwettbewerb, der Ende Februar, spätestens im März starten soll. Bürger sollen Vorschläge einreichen, wie das Areal am Harniskai künftig genutzt werden könnte. Die Ideen werden nach Start des Wettbewerbs im Planungsausschuss gesammelt, das Gremium spricht dann Empfehlungen aus, welche Ideen und Konzepte umgesetzt werden könnten. Man wolle den Flensburgern „im Sommer eine attraktive Fläche bieten“, sagt Stadtsprecher Clemens Teschendorf. Geschaffen werden solle ein Platz, der für jeden zugänglich ist. Es hätten die Stadt sogar schon Ideen erreicht, welche, möchte Teschendorf aber nicht verraten. Man warte den Start des Ideenwettbewerbs ab.

shz.de sucht schon jetzt nach kreativen Ideen. Wer solche machen möchte, liest am Ende des Artikels wie das geht. Hier zunächst einige Anregungen aus der Online-Redaktion.

Luftschlossfabrik reloaded

Eine Freilichtbühne, wie hier bei den Eutiner Festspielen, könnte einen neuen kulturellen Akzent an der Harniskaispitze setzen.
Eine Freilichtbühne, wie hier bei den Eutiner Festspielen, könnte einen neuen kulturellen Akzent an der Harniskaispitze setzen. Foto: shz

Die Luftschlossfabrik ist weg – es lebe die Luftschlossfabrik. Zumindest einen Teil der Idee kann man sicher recyclen: Ein Kulturzentrum mit Räumen für Musik, einem Atelier für Kunst, einem Gartencafé und auch mal Platz für die eine oder andere Party fehlt an Flensburgs Ostufer. Man könnte für den Sommer eine Freilichtbühne aufstellen, denn Nachbarn werden dort wohl nicht genervt auftauchen. Bei Regen und im Winter stehen kleine skandinavisch-rote Holzhäuser inmitten von Gärten und Bäumen (unbedingt mit Lampions) zur Verfügung. Damit das Projekt nicht aus dem Ruder läuft, sollte sich diesmal ein gemeinnütziger Verein um die Organisation der Räume kümmern. Diese sollte jeder für seine Ideen zum Selbstkostenpreis anmieten können.

Kanu-Station

 Ein Verleih für Kanus fehlt an der Harniskaispitze bis jetzt.
Ein Verleih für Kanus fehlt an der Harniskaispitze bis jetzt. Foto: shz

Die Halbinsel-Lage schreit auch förmlich nach einem Platz für Wassersport. Ein Kanu- und SUP-Verleih könnte Boote und Bretter anbieten, mit denen man entweder in Richtung Hafenspitze dümpeln oder fördeabwärts die Strände abklappern könnte. Auch eine kleine Fähre könnte hier Halt machen (Hafenspitze-Museumshafen-Harniskai-Ostseebad-Solitüde-Ochseninseln/Kollund).

Naherholungsgebiet

Bei den Beachvolleyball-EM in Cagliari gehen zehn DVV-Teams an den Start. Foto: Bernd Settnik
Viel Platz wäre auch für einen Beachvolleyballplatz. Foto: Bernd Settnik

Die große Fläche an der Harniskai-Spitze könnte künftig als Naherholungsgebiet für alle Flensburger genutzt werden. Die Fläche würde zum Beispiel Platz für einen Abenteuerspielplatz, zwei Beachvolleyball-Felder, einen Kleinfeld-Fußballplatz und einen Grillplatz sowie einen Bootssteg bieten.

Hochseilgarten

Oder es könnte, wie hier im

Oder es könnte, wie hier im "Natur-Hochseilgarten" bei Eckernförde, in luftiger Höhe geklettert werden.

Foto: dpa

Ebenfalls denkbar wäre ein Hochseilgarten. Natürlich müsste das Gelände dann von der Stadt unterhalten werden. Wünschenswert wäre auch der Erhalt des Baumbestandes rund um die Harniskai-Spitze.

Allzweck-Platz mit Beachclub-Ambiente

Andere Städte wie Wedel machen es vor. Der dortige Beachclub liegt an der Elbe, in Flensburg könnte einer an die Förde kommen.
Andere Städte wie Wedel machen es vor. Der dortige Beachclub liegt an der Elbe, in Flensburg könnte einer an die Förde kommen. Foto: pt

Ein ehrenamtlich betriebener Beach-Club, ein Zeltplatz, ein Festival-Gelände oder alles in einem, quasi ein Allzweck-Platz, könnte auf der Fläche entstehen. Natürlich mit einer großen Spielecke für Kinder, auf der sie sich nach Herzenslust austoben können. Und die Älteren genießen ein kühles Bier mit einzigartigem Fördeblick, tanzen bis in die Morgenstunden auf einem bald schon über die Stadtgrenzen hinaus legendärem Festival und verbringen sogar im Zelt ein ganzes Wochenende an der Harniskaispitze.

Park mit Nashorn

Dieses gelbe Nashorn verbannte Oberbürgermeister Simon Faber aus dem Rathaus. Jetzt könnte ein neuer Platz für die Plastik gefunden werden.
Dieses gelbe Nashorn verbannte Oberbürgermeister Simon Faber aus dem Rathaus. Jetzt könnte ein neuer Platz für die Plastik gefunden werden. Foto: Dewanger

 

Zu Beginn seiner Amtszeit verbannte der Flensburger Oberbürgermeister Simon Faber eine gelbbunte Nashornplastik aus der Stadt. Der Dickhäuter, der damals auf einem Vordach des Rathauses thronte, würde nicht zu Flensburg passen, hieß es. In Erinnerung an unerwünschte Kunst könnte auf dem Harniskai ein Park mit Platz für das Nashorn entstehen.

Slipanlage nach dänischem Vorbild

Nicht selten sind Slipanlagen nur gegen eine Gebühr nutzbar.
Nicht selten sind Slipanlagen nur gegen eine Gebühr nutzbar. Foto: Imago/BLuegreen Pictures

Ein Leservorschlag ist der Bau einer großen, frei zugänglichen und kostenfreien Slipanlage für Kleinboote. An einer Stadt am Wasser sollte eine solche Anlage eigentlich Standard sein, findet Michael Suhr.

Werkstätten und Freiluftarena

Die Keimzelle ist mürbe: Nach 15 Jahren hat sich die Bohrmuschel durch die  Bohlwerk-Pfähle  gefressen. Auch der Brückenbelag hat eine Renovierung nötig.
Ein zweiter Museumshafen an der Harniskaispitze? Foto: Dommasch

Noch ein Leservorschlag: Ein bereits existierendes Konzept lieferten die Handwerker vom Hafenwerk bereits vor einem Jahr. Die Hallen am Ostufer sollten danach erhalten bleiben und für Werkstätten (u.a. für Bootsbauer, Hafenwerk und Historischen Hafen) und Galerien zur Verfügung stehen. Ebenfalls waren auf dem Gelände eine Freiluftarena, ein Café oder Restaurant und weiterer Raum für die öffentliche Nutzung vorgesehen. So könnten maritimes Handwerk, Kunst und Kultur an einem zentralen Ort realisiert werden. In Verbindung mit dem Bau des Museums von Robbe und Berking wäre dies ein Anziehungspunkt für Bürger und Besucher Flensburgs, sagt Leser Kay Peters.


Es gibt sicher aber noch ganz andere Ideen. Was meinen Sie? Lassen Sie es uns wissen, in den Kommentaren oder per E-Mail an onlineredaktion@shz.de, und Ihre Vorschläge tauchen auch hier auf.

 

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erstellt am 09.Feb.2016 | 17:51 Uhr

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