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Flensburger Tageblatt

22. November 2014 | 03:45 Uhr

Museum Unewatt: Beflügelt in die neue Saison

vom

Windmühle "Fortuna" wurde saniert / Großzügiges Geschenk

Langballig | Mit frischem Wind will das Landschaftsmuseum Angeln in Une watt am kommenden Sonntag, 1. April, in die neue Saison starten - und das sogar in mehrfacher Hinsicht. So erhielt die Windmühle "Fortuna" in der vergangenen Woche vier neue Flügel. Aber auch im Museum selbst hat sich Einiges getan. Zudem übernimmt es demnächst den Bestand des Dorfmuseums Dammholm.

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In der Christesen-Scheune wurden die räumlichen Gegebenheiten verbessert. Die Dauerausstellung zur Viehwirtschaft fand ihren Platz oben auf der Galerie. Dort steht jetzt auch das futuristisch wirkende, rot gestrichene "Museumskabinett" mit Fachliteratur für interessierte Besucher. Beide werden am Sonnabend, 14. April, um 15 Uhr förmlich eröffnet. Die Sonderausstellungen ziehen dann im nächsten Jahr im Erdgeschoss ein. Mit dieser Maßnahme soll Rollstuhlfahrern und Menschen mit Gehbehinderungen der Zugang wesentlich erleichtert werden.

Modernisiert wurde auch die Schautafel am Parkplatz. Dank finanzieller Unterstützung durch den Förderverein versorgt sie in Zukunft die Neuankömmlinge besser mit ersten Auskünften und Hinweisen.

Neu gestaltet ist weiterhin der Museumsprospekt mit dem Jahresprogramm. Dieses enthält neben der Ankündigung eines Konzertes im Rahmen von "Folk Baltica" am Sonnabend, 12. Mai, unter anderem die zweite Auflage des im vergangenen Jahr erstmalig und mit großem Erfolg veranstalteten "Unewatter Landmarktes" am 6. und 7. Oktober. Mit plattdeutschen Abenden, unterschiedlichen Musikveranstaltungen und einer bunten Vielfalt an Aktionen sieht Museumsleiter Jochen Clausen sein Haus für die nun beginnende Saison gut aufgestellt. Zur Betreuung der Gäste habe auch die im letzten Jahr neu verpachtete Gaststätte zuletzt erfolgreich beigetragen.

In der Vergangenheit konnte das Landschaftsmuseum bereits mehrfach wichtige Sammlungen übernehmen. Jetzt kam eine weitere als Schenkung hinzu. Dabei handelt es sich um den Bestand des Dorfmuseums Dammholm in der Gemeinde Havetoftloit. Dort hatte der Landwirt Hans-Heinrich Clausen 1976 seinen Hof aufgegeben und wollte einige Nebengebäude abreißen. Beim vorherigen Aufräumen kamen ihm viele alte Dinge unter die Hände, von denen er sich nicht trennen wollte. Sie bildeten den Grundstock einer Sammlung, die in den doch erhalten gebliebenen Gebäuden ausgestellt wurde und auf mehr als 3000 Exponate anwuchs. Der Schwerpunkt lag dabei auf Gerätschaften aus Landwirtschaft und Handwerk. Hinzu kam der vollständig eingerichtete Klassenraum der früheren Dorfschule.

Nachdem Clausen 2002 gestorben war, führte seine mittlerweile 88 Jahre alte Witwe Annemarie das Werk fort. Allerdings gelang es ihr seitdem nicht, eine Nachfolgeregelung vor Ort zu finden. Daher gab sie nun, wie ihre Nichte Antje Gimm es bei einer kleinen Feierstunde in der Gaststätte formulierte, "das Dorfmuseum Dammholm in die Obhut der großen Schwester Unewatt". Deren Leiter dankte für ein Geschenk, das durch Umfang und Qualität einen außergewöhnlichen Stellenwert habe.

Johannes Callsen von der Arbeitsgemeinschaft der Volkskundlichen Sammlungen und Wolfgang Börnsen als Vorsitzender des Unewatter Fördervereins freuten sich, dass die Sammlung in ihrer Gesamtheit erhalten bleibt. Auf diese Weise habe sie eine neue Zukunft. Andreas Lorenzen vom Dammholmer Förderkreis teilte mit, die Hälfte des noch vorhandenen Vereinsvermögens von 2000 Euro werde für die Überführung der Exponate nach Unewatt bereitgestellt. Annemarie Clausen räumte ein, die Trennung sei ihr zunächst schwer gefallen. "Aber jetzt habe ich ein gutes Gefühl."

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erstellt am 28.Mrz.2012 | 05:50 Uhr

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