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Flensburger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 13:34 Uhr

Blitzmarathon : Mit Tempo 109 in Richtung Dänemark

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Europaweiter Blitzmarathon: Auf der B200 bei Kupfermühle gibt es kaum schwere Geschwindigkeitsverstöße. In zwei Stunden wurde neun Mal Bußgeld gezahlt.

Harrislee | „84 km/h“ ruft Polizist Jes Marxen und schaut vom Blitzer auf. Seine Kollegin Cornelia Mißfeld läuft sofort mit ihrer Anhaltekelle auf die Fahrbahn und winkt einen schwarzen Audi auf den Parkplatz im Bereich Kupfermühle. Tempo 50 ist dort erlaubt. Als der Fahrer anhält, kurbelt er das Fenster herunter, spricht mit Polizist Michael Omilian und zahlt das geforderte Bußgeld. Danach fährt er über die Grenze nach Dänemark. Ein Fahrverbot hat der Mann nicht zu befürchten, das bekommt er erst, wenn er 41 Stundenkilometer außerorts zu schnell unterwegs ist. Bei ihm waren es, abzüglich des Toleranzwerts, 31 Stundenkilometer.

Seit dem frühen Nachmittag machten die Polizisten an der B200 beim europaweiten Blitzmarathon Jagd auf Temposünder. Innerhalb von zwei Stunden notierte Cornelia Mißfeld 22 Autos, die sich nicht an die Geschwindigkeitsgrenze gehalten haben. Die meisten davon sind zwischen 60 und 70 Stundenkilometer gefahren, neun von ihnen mussten Bußgeld zahlen. „Heute halten sich die Geschwindigkeitsverstöße in Grenzen“, sagt Ingo Paßlack vom Polizeirevier Flensburg. „Aber morgen sieht das wahrscheinlich wieder anders aus.“ Jes Marxen stimmt ihm zu. Er steht hinter der Radarfalle und misst mit einem Laserstrahl über eine Distanz von etwa 150 Metern die Geschwindigkeit der Autos, die in Richtung Dänemark fahren. Der rote Punkt in der Anlage ist auf das Kennzeichen gerichtet. Bis zu 250 Stundenkilometer können die Polizisten in einem Messbereich zwischen 30 bis 350 Metern damit erfassen.

Wer zu schnell unterwegs ist, sieht Marxen sofort. Er richtet den Traffipatrol plötzlich auf einen weißen BMW mit dänischem Kennzeichen – und misst 109 Stundenkilometer. „Das sind 55 zu viel, denn nach Abzug von vier km/h kann man ihm 105 vorwerfen“, erklärt er. 505 Euro Bußgeld kostet den Fahrer der Verstoß. Die Summe begleicht er anstandslos. „In Dänemark zahlt er das Drei- bis vierfache“, sagt Marxen.

Um Verkehrssünder zu entlarven, benutzt die Polizei verschiedene Anlagen. Neben der Eso-Anlage gibt es fest installierte Radaranlagen und mobile, die entweder am Straßenrand aufgebaut oder in einem Fahrzeug „versteckt“ werden. Wird jemand „geblitzt“, geht das Foto mit den Messwerten per CD an die zentrale Auswertungsstelle in Neumünster. Dort werden die Bußgeldbescheide verfasst, die den Temposünder nach zwei bis drei Wochen erreichen.

Dass die Menschen im Radio oder in sozialen Netzwerken vor Radaranlagen gewarnt werden, stört Paßlack nicht im geringsten. Im Gegenteil: „Wenn die Leute so mehr auf ihre Geschwindigkeit achten, ist es gut.“ Er stellt klar, dass die Polizei mit den Kontrollen nicht „möglichst viele Treffer“ erreichen, sondern die Verkehrssicherheit garantieren möchte. Raser verursachen die meisten Unfälle, sagt er. Oft sei es die Kombination aus zu nahem Auffahren und überhöhter Geschwindigkeit. Aber auch Smartphones am Steuer werden verstärkt als Unfallursache vermutet. In der Polizeimeldung heißt es dann: „Ursache ungeklärt“. Wer auf einem Radarfoto ein Handy am Ohr hat, muss für zwei Verstöße Bußgeld zahlen.

 

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erstellt am 22.Apr.2016 | 11:00 Uhr

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