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Flensburger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 12:38 Uhr

Flensburgs Müll : Mit einer Biotonne neun Mal waschen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Biogas aus Flensburger Küchen- und Gartenabfällen erzeugt Energie für neun Waschladungen. Die Trockenvergärung wird im Kreis Stormarn vorgenommen.

Flensburg | In Flensburg fallen jährlich 40  800 Tonnen Müll an. Das Technische Betriebszentrum (TBZ) sowie die Firma Veolia Umweltservice sollen dafür sorgen, dass dieser umweltgerecht verwertet und ordnungsgemäß entsorgt wird. In einer Serie befasst sich das Tageblatt mit dem Thema Abfallwirtschaft und informiert über die richtige Entsorgung in den dafür vorgesehenen Tonnen und Recyclinghöfen. Heute: Die Biotonne. Kaffeesatz, verschimmelte Äpfel und verwelkte Blumen – in der braunen Biotonne landen alle möglichen Küchen- und Gartenabfälle. Im Frühling, wenn die Flensburger sich auf die Gartenarbeit stürzen, finden die Müllsammler des TBZ vermehrt Moos, abgeschnittene Sträucher und abgemähtes Gras. Diese landen direkt in der Tonne, während der Küchenabfall in einer Plastiktüte verschwindet und dann im braunen Behälter entsorgt wird. Das mag für die Bürger hygienische Gründe haben – für die Entsorgung und Weiterverarbeitung haben die Tüten aber fatale Folgen. Thorsten Prüßmeier, Bereichsleiter Abfallwirtschaft beim TBZ, erklärt: „Plastiktüten dürfen nicht in die Biotonne, denn sie lösen sich nicht auf.“ Die Mikroplastikteilchen, die zurückbleiben, gehen ins Wasser und landen im Glas der Menschen. Prüßmeier appelliert daher an die Flensburger, den Müll auszuschütten und die leeren Tüten im Restmüll zu entsorgen.

Alternativ kann der Küchenabfall in Papiertüten und Zeitungspapier eingewickelt werden. Diese sind nicht nur besser abbaubar, sondern verhindern im Winter auch, dass sich in der Biotonne Feuchtigkeit bildet und sie zufriert. Auch im Sommer haben Papiertüten Prüßmeier zufolge ihren Vorteil. Ist der Tonneninhalt feucht, werden Fliegen angelockt, aus denen später Maden schlüpfen. Dies könne man verhindern, indem man die Bioabfälle in Zeitungspapier einwickelt, so Prüßmeier. Michael Borchmann von der Abfallberatung fügt hinzu, dass so auch unangenehme Gerüche vermieden werden. Auch die regelmäßige Reinigung trage dazu bei. Die Reinigung der Tonnen sei Pflicht der Bürger.

Im Gegensatz zur gelben, blauen und schwarzen Tonnen verzeichnen die Müllsammler des TBZ keine übermäßige Fehlbefüllung der Biotonne. Problematischer sei eher, dass immer wieder Bioabfall im Restmüll landet (wir berichteten). Sowohl Prüßmeier als auch Borchmann appellieren an die Bürger, Rest- und Bioabfall strenger zu trennen. Sie stellen aber immer wieder fest, dass die Tonnen nach der Aufklärung richtig befüllt werden.

Für die Asylbewerber in Flensburg ist die Abfalltrennung Neuland. Um ihnen das System in ihrer neuen Heimat zu veranschaulichen, stellt das TBZ einen Flyer auf Englisch, Dänisch, Polnisch, Türkisch und Arabisch auf der Internetseite www.tbz-flensburg.de zur Verfügung.

Die Biotonne wird in Flensburg alle zwei Wochen geleert. Tonnen, die nicht weiter als 15 Meter (80 Liter) beziehungsweise fünf Meter (240 Liter) von der Straße entfernt stehen und frei zugänglich sind, werden vom Standplatz geholt und nach der Entleerung wieder zurückgebracht. Der Müll kommt vom Abfallwirtschaftszentrum an der Eckernförder Landstraße nach Trittau (Kreis Stormarn) zur Trockenvergärung. Aus der Trockenvergärung entstehen aus fast 5000 Tonnen pro Jahr Kompost und Biogas zur Wärme- und Stromerzeugung. Borchmann hebt die Energiebilanz hervor: „Aus einer mit Rasenschnitt gefüllten Biotonne ergibt sich Strom für neun Waschmaschinengänge.“

Wer seine Küchen- und Gartenabfälle selbst kompostieren möchte, kann eine Saisontonne von April bis November bestellen oder sich komplett davon befreien lassen. Kompostiert werden können rohe und gekochte Gemüsereste, Kaffeefilter und Teesatz, Eierschalen, Obstschalen (auch von Zitrusfrüchten), Gras-, Strauch- und Baumschnitte sowie gekochte Speisereste.

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erstellt am 27.Apr.2016 | 14:30 Uhr

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