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Bildung in Flensburg : Mit Büchern in die Welt der Sprache eintauchen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Mit Worten wachsen“: Die Büchereizentrale startet ein Projekt mit Medienkisten speziell für Kindertagestätten.

„Den Umgang mit Fernbedienung und DVD-Player lernen viele Kinder heutzutage sehr früh. Doch zu Hause wird immer weniger vorgelesen und werden immer weniger Gespräche geführt.“ Knapp und deutlich beschrieb Heinz-Jürgen Lorenzen, Geschäftsführer der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, die Ausgangssituation. „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“ – mit diesem Wittgenstein-Zitat zielte Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar direkt in die Mitte des Themas. Es geht um Sprache, Spracherwerb, Kommunikation, um den frühkindlichen Spracherwerb in der Kindertagestätte.

Erste Bildungsinstitution in jeder Biographie ist die Kita. Angesichts wachsender Bildungsdefizite in vielen Elternhäusern wird die Bildungsarbeit in der Kita immer wichtiger. Gesprochen wird in jeder Kita, doch nur gut 100 sind so genannte Sprach-Kitas. Sechs von ihnen sind in Flensburg, eine weitere gibt es in Harrislee, eine in Eggebek. In diesen Kitas stehen seit gestern blaue Plastikkisten mit rund 15 handverlesenen Büchern – und einem Kamishibai, einem kleinen japanischen Erzähltheater aus Holz.

Gestern war Auftakt für das Projekt „Mit Worten wachsen“; in der Stadtbibliothek gab es kräftigen Rückenwind für den Gedanken, möglichst vielen Kindern Zugang zu Sprache und Büchern zu verschaffen. Erstmals gebe es eine konkrete Zusammenarbeit zwischen Bibliotheken und Kitas, lobte Kultusministerin Anke Spoorendonk. Die von der Büchereizentrale zusammengestellten und mit gut 10  000 Euro aus Spoorendonks Ministerium geförderten Kisten gehen „auf Tournee“; die Kitas erhalten sie von der für ihre Region zuständigen Bücherei.

Susanne Brandt (Büchereizentrale) hat sie zusammengestellt. Es gibt ein Buch ganz ohne Text, ein weiteres mit Text in vielen Sprachen, ein weiteres mit Reimen und Anreizen für Spiele. Die Bücher eignen sich zum Vorlesen; im Wochenend-Rucksack, der zu jeder Kiste gehört, können Kinder Bücher mit nach Hause nehmen. „Kitas brauchen Unterstützung, um ihrem Bildungsauftrag gerecht zu werden“, sagte Heiko Frost (Adelby 1). Hier bekommen sie sie.

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erstellt am 21.Mär.2017 | 10:03 Uhr

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