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Flensburger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 15:22 Uhr

Investitionen : Millionen für marode Schulen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Lärmintensive Brandschutz- und Fassadensanierungen wurden in den Sommerferien vollendet / Erstmalig Kleininvestitionen über vereinfachtes Verfahren

Als der Bildungs- und der Jugendhilfeausschuss in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien in der Goethe-Schule zu Gast war, bereitete dies einem Zuhörer besonders große Probleme. Der ältere Mann war auf seinen Rollator angewiesen und wäre allein schon an der Freitreppe zum Haupteingang gescheitert. Mit Hilfe anderer Sitzungsteilnehmer erreichte er schließlich mühsam den Tagungsort, die Aula, in der dritten Etage des Gymnasiums.

Solche Hindernisse wird in naher Zukunft ein Außenaufzug überwinden helfen. Umfangreiche Vorarbeiten sind in den Ferien vonstatten gegangen – vor allem die lärmintensiven, sagt Arnd Reinke. Der Schulleiter lobt die Lösung für seine Schule als ausgewogen.

Auf das Konto und in die Gemäuer der Goethe-Schule gehen die umfangreichsten Baumaßnahmen. Sie reichen von der Beschichtung von Holzfenstern bis zum Einbau von Rauchschutzwänden. Als Brandschutz in Reinform bezeichnet Ralf Ebelt die Arbeiten. Als Leiter des Baumanagements der Stadt ist der Architekt insbesondere für investive Baumaßnahmen zuständig und sagt: „Wir mögen nicht dieses Flickwerk.“

Auf rund eine Million Euro summieren sich sämtliche Kosten für Baumaßnahmen an dem Gymnasium für 2016. Michael Draeger, Leiter des Fachbereichs Vermögen, beziffert das Gesamtpaket für die Goethe-Schule auf 6,8 Millionen Euro über mehrere Jahre verteilt. Bei Brandschutzmaßnahmen gelte für größere Schulen die Faustformel: fünf bis sechs Jahre Dauer und eine Million Euro Kosten pro Jahr. An der Hannah-Arendt-Schule sei – mit Beginn 2009 – die bisher größte Maßnahme umgesetzt worden im Gesamtvolumen von 4,5 Millionen Euro, berichtet Ralf Ebelt.

Die Stadt nutzte die Sommerferien an vielen städtischen Schulen zum Instandhalten und Investieren. Giebel, Fugen und Stürze wurden beispielsweise an der Handelslehranstalt (Schloßwall, 120  000 Euro) behandelt, um das Eindringen von Wasser zu verhindern, erläutert Holger Hansen, Architekt und Leiter der Instandhaltung. Auf ähnliche Weise wurde auch die Fassade der Waldschule (210  000 Euro) saniert. Ein dreiviertel Jahr sei ins Land gegangen, um für die Sanierung des Portals und der Freitreppe am Alten Gymnasium die richtigen Steine zu bekommen, erzählt Architekt Ebelt. Denkmalgerecht habe in diesem Fall bedeutet, dreiseitig genarbte Ziegel in einem gewissen Farbton und Format zu finden. Im Erweiterungsbau wurden zudem Brandschutzmaßnahmen abgeschlossen, und dieser Tage werde schließlich die neue Lehrküche eingebaut.

Diese zählt zu dem, was die Stadt erstmalig als „Kleininvestitionen“ führt, erklärt Michael Draeger. Seit 2016 werden Investitionen bis zu einem Bruttobetrag von 50  000 Euro nicht mehr über die Politik beschlossen. Informiert werde sie natürlich per Mitteilungsvorlage und Tertialbericht. Das vereinfache und beschleunige solche Maßnahmen enorm, sagt der Fachbereichsleiter. Auch das neue W-Lan-Netz für Fördegymnasium und Auguste-Viktoria-Schule fallen darunter. Schließlich wurden in einigen Schulen während der Ferien auch Böden und Beleuchtungen ausgetauscht, Klassenräume renoviert und Akustikdecken eingebaut, darunter im Haus II der Goethe, in der Schule Fruerlund, Gemeinschaftsschule West, Fridtjof-Nansen-Schule und in der Kurt-Tucholsky-Schule.

Ralf Ebelt hält fest: „Nach den Ferien ist vor den Ferien.“ Die KTS darf sich freuen, denn in den Herbstferien werde die Schule, die über eine eigene Trafo-Anlage verfüge, für zwei Wochen stromlos geschaltet, erklärt Architekt Holger Hansen. Grund sei die Sanierung der Mittelspannung und Niederspannungshauptverteilung (120  000 Euro). Auch Außenterrasse (60  000)und Metalltüren der Turnhalle (40  000) werden erneuert.

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erstellt am 14.Sep.2016 | 07:11 Uhr

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