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Flens-Arena : „Meine Show ist nicht frauenfeindlich“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Comedy-Star Mario Barth kommt im Mai nach Flensburg – und schon jetzt gibt es nur noch wenige Restkarten.

Aufgemerkt! Der elffache Comedy-Preisträger Mario Barth kommt mit seinem Programm „Männer sind bekloppt, aber sexy!“ am 12. Mai in die Flens-Arena. Wir sprachen mit dem Künstler über seine Show, seine Beziehungen zu Frauen, über die Rolle der Medien und Donald Trump.

Moin Herr Barth, wie geht’s? Voll im Stress mit der aktuellen Tour?

Es gibt ja positiven und negativen Stress, und der Stress, den ich momentan habe, ist positiv. Die Tour macht Laune, die ganze Vorbereitung, Soundcheck, die Spannung, welches Publikum mich erwartet und wie es auf die Nummern reagiert. Das Programm, in dem ich auch neue Nummern ausprobiere, läuft bis zu drei Stunden. Dieser Stress treibt mich an.

Das ist ja schön zu hören. Und warum sollten die Flensburger Ihre Show auf keinen Fall verpassen?

Wir geben uns sehr viel Mühe, legen Wert auf Qualität, Bühnenbild, Musikübertragung und Videoprojektion. Jeder bekommt die Show, die er erwartet – egal wo er sitzt. Wir wollen immer die geilste Show abliefern, die man abliefern kann. Ich denke, dass es das bisher Beste ist, was wir auf die Bühne gebracht haben. Ich persönlich finde es auch echt lustig!

Tatsächlich? Wann ist das Programm denn zum ersten Mal unters Volk gebracht worden?

Wir spielen es jetzt im dritten Jahr, aber immer mit individuellen Abweichungen. Das Geheimnis ist sicherlich auch die Spontaneität, die in dem Programm liegt, so dass ich mit dem Publikum einen total lustigen Abend verbringe. Das Wichtigste, wichtiger als je zu vor: Wir belehren nicht, wir erwarten kein Hintergrundwissen, man muss vorher nicht „Spiegel“ oder „Stern “ gelesen haben.

Sie haben bekanntlich das Berliner Olympia-Stadion mit über 116  000 Menschen gefüllt. Da muss ihnen die Flens-Arena mit den 6300 Plätzen doch wie ein kleiner Club vorkommen.

(lacht) Na ja, diese Menschen muss man nur einmal zum Geburtstag einladen, dann weiß man, wie viel das ist.

Sie nehmen oft und gern die Rollenklischees, das Verhältnis von Mann und Frau aufs Korn. Haben sie ein Problem mit Frauen?

Überhaupt nicht, ich lebe ja mit einer zusammen. Man beachte, dass über 60 Prozent meiner Fans weiblich sind. Es ist nicht frauenfeindlich, was wir machen, sondern Unterhaltung. Das Thema Mann-Frau begleitet uns ja das ganze Leben. Oder Mann-Mann und Frau-Frau. Ich habe gute Freunde, sie sind schwul, und auch da gibt es einen weiblichen und einen männlichen Part. Und der eine genießt es, den femininen Part inne zu haben. Das ist doch die große Kunst der Toleranz, zu sagen: Warum denn nicht? Und ich führe in meiner Show niemanden vor.

Es gab mal einen Kollegen, der hat auf die Frauen so richtig drauf gedroschen, der war vier Wochen auf dem Markt und dann war er weg vom Fenster. Also: Jede Beziehung basiert auf Respekt und Augenhöhe. Das ist Emanzipation! Und irgendwie scheint es sich alles zu drehen. Manchmal kommen Frauen nach dem Programm zu mir und sagen: „Was du über deine Freundin erzählst, genau so ist mein Mann!“

Wie denken sie über die Haltbarkeit von Beziehungen?

Leider ist es ja heute so, dass man sich nach jedem zweiten Streit trennt. Dann gibt es Scheidungen, die Eheleute wollen sich verwirklichen – aber es sind Kinder im Spiel. Da sage ich: Was sich nicht ändern wird, sind die Probleme, das Einzige, was sich ändert, sind der Vorname und die Haarfarbe, wenn man einen neuen Partner hat.

Sie plädieren also für mehr Durchhaltevermögen...

Na klar! Auch im Freundeskreis. Meinen längsten Freund habe ich seit 26 Jahren. Natürlich rennen wir nicht Hand in Hand durchs Leben und hüpfen von Ast zu Ast und freuen uns. Es gibt Krach, sicher! Man muss Grenzen ausloten. Aber ich kann nicht bei jedem Streit sagen: Du bist nicht mehr mein Freund. Dann stehst du irgendwann allein da!

Haben Sie es persönlich geschafft, längerfristige Beziehungen zu führen?

Ja! Find ich schon...

Und legen Wert auf Treue...

Ich bin mir gegenüber treu und meinen Prinzipien ebenso.

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Jeder Mensch darf kritisieren. Und die Presse finde ich in diesem Zusammenhang wichtiger denn je. Sie bekommt oft zu Unrecht Ärger. Und warum? Weil es eine Hand voll schwarzer Schafe gibt, die sich Journalisten schimpfen, aber irgendeinen Schwachsinn ins Netz tickern. Doch die meisten haben ihren Job gelernt, ob sie nun bei der „Zeit“ oder bei „Bild“ landen – beide Blätter haben ihre Daseinsberechtigung.

Wenn sie von schwarzen Schafen unter Journalisten sprechen, argumentieren Sie da in der Tradition eines Donald Trump, der Medien verunglimpft, ignoriert oder von offiziellen Anlässen ausklammert?

Überhaupt nicht. Was der da macht, dazu äußere ich mich gar nicht, weil es grundsätzlich falsch verstanden wird. Wenn ich übers Wasser laufe, schreibt der Kritiker, zum Schwimmen ist er zu doof. Ich mache Comedy und kein Kabarett – aus gutem Grund. Jeder macht, was er am besten kann.

Wie stehen sie mit dem zeitlichen Abstand zu der Kritik, die an Ihnen geübt wurde, als Sie nach der Wahl vor dem Trump-Tower standen und live kommentiert haben, es gebe gar keine Proteste der Amerikaner?

Sehen Sie, ich bin Komödiant. Es war eine Momentaufnahme. Ich kann ja nicht in die Zukunft sehen, es sei denn, ich hätte eine Zeitmaschine – zurück in die Zukunft.

Sie leben in Berlin und Düsseldorf. Haben Sie auch eine Beziehung zum echten Norden?

Ich bin schon oft hier oben gewesen und kann somit ein Vorurteil widerlegen. Es heißt immer, die Norddeutschen sind so kühl und tun sich schwer mit dem Humor. Das stimmt nicht, absoluter Quatsch. Und: Bei euch ist die Welt doch noch ein Stück weit in Ordnung.


>Tickets sind unter www.mario-barth.de, unter der Tickethotline 06073 – 722 740 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.


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erstellt am 08.Mär.2017 | 10:24 Uhr

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