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Flensburger Tageblatt

25. April 2017 | 18:27 Uhr

ÖPNV : Mehr Busse ins Flensburger Umland

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionaler Nahverkehrsplan soll ÖPNV-Angebote im Norden Schleswig-Holsteins verbessern helfen.

Tausende von Pendlern, die täglich aus den Umlandgemeinden zur Arbeit oder zur Schule nach Flensburg fahren, kennen es: Die Busverbindungen sind schlecht. Zum Teil fahren Busse noch nicht einmal stündlich, von einem 10- oder 20-Minuten-Takt, wie man ihn in Teilen Flensburgs vorfindet, kann man auf dem Land nur träumen.

Das soll mit dem Regionalen Nahverkehrsplan, dessen Entwurf für Flensburg am Dienstag beschlossen wurde, anders werden. Er legt einen Radius von zehn Kilometern um das Zentrum Flensburgs und schlägt vor, dass man für diesen Bereich einen 30-Minuten-Takt realisiert. In diesem Kreis mit 20 Kilometern Durchmesser liegen Harrislee, Handewitt (mit Weding und Jarplund), Tastrup, Wees und Glücksburg, aber auch Freienwill und Teile von Husby und Hürup.

Kurios wird die stark unterschiedliche Busversorgung im Südwesten Flensburgs. Da liegen Teile von Weiche direkt neben Wohngebieten in Weding. Weiche als Teil Flensburgs hat eine Aktiv-Bus-Versorgung mit mindestens 20-Minuten-Takt, von Weding fährt der Bus deutlich seltener ins Stadtzentrum.

Auch Aktiv-Bus-Chef Paul Hemkentokrax findet, dass man dieses Thema jenseits von Zuständigkeiten, Eitelkeiten und Konzessionen betrachten sollte. Für den Wedinger ist es egal, ob er mit einem Fahrzeug von Aktiv-Bus oder von Gorzelniaski in die Stadt fährt. „Mit gutem Willen“ sollten Verbesserungen möglich sein, glaubt Hemkentokrax und sieht vor allem den Kreis Schleswig-Flensburg in der Pflicht.

Doch der Regionale Nahverkehrsplan, der jetzt ins Beteiligungsverfahren geht, enthält eine Fülle weiterer Vorschläge für eine Verbesserung der Versorgung. Das reicht von Nah.SH-Aufklebern auf Bussen für 3000 Euro bis zur Busanbindung neuer Wohnquartiere im Osten Tarups für 1,6 Millionen Euro. Der RNVP hat zwar eine bindende Wirkung für die Stadt, dennoch muss jede einzelne Maßnahme im Rahmen ihrer Finanzierbarkeit separat beschlossen werden.

Der Umwelt- und Planungsausschuss hat am Dienstag den Entwurf des Plans beschlossen. Doch jede Fraktion setzt unterschiedliche Schwerpunkte, wenn sie nach den aus ihrer Sicht wichtigsten Maßnahmen gefragt werden.

SPD: Optimierung der Gestaltung des
Bahnhofsvorplatzes, Verbesserung der Wegeleitung im gesamten Bahnhof-Bereich samt Umfeld; Errichtung eines Aufzugs vom Bahnhofsvorplatz auf die Ebene Schleswiger Straße; Umsetzung einer Umsteigehaltestelle im Bereich Neumarkt zur Verbesserung der Verknüpfung zum Stadtverkehr und zum Regionalverkehr (Axel Kohrt)

CDU: Busverkehr aus Umland und Stadt sowie Schienenverkehr müssen optimal miteinander vernetzt werden; leichte Zugänglichkeit von Fahrplaninformationen: „Ich glaube, dass nur jemand auf ÖPNV umsteigt, wenn sich die Pläne klar und einfach erschließen“; in die Qualität der Fahrzeuge wird investiert: das betrifft sowohl das Erscheinungsbild, als auch Alter der Fahrzeuge und Geräuschpegel (Arne Rüstemeier)

Bündnis 90 / Die Grünen: Die dringend benötigte Verbesserung der Anbindung Tarups und der Neubaugebiete mit einer zukünftigen Ringlinie 1-13 hilft den Anwohnern, den Bus in die Alltagsplanung aufzunehmen; Vollintegration in den SH-Tarif, flächendeckender Ausbau des RBL-Systems mit gemeinsamer Datennutzung (smart mobility); verbesserte Anbindung des Bahnhofes und bauliche Aufwertung des Bahnhofvorplatzes, deutlichere Ausweitung in die Abendstunden und am Wochenende (Pelle Hansen)

FDP: „Dass es überhaupt einen gemeinsamen Regionalnahverkehrsplan (RNVP) gibt, ist für uns Freie Demokraten sehr wichtig. Regionaler Verkehr muss auch über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg gedacht werden. Der Ausbau des grenzüberschreitenden Verkehrs nach Dänemark sehen wir für unsere Region als ein sehr wichtiges Projekt an. Die Fahrradmitnahme in den Bussen ist jetzt geregelt. Leider konnte unser Vorschlag nicht aufgenommen werden, einen Front-Fahrradträger an den Bussen zum Standard im RNVP zu machen.“ (Christian Lucks)

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erstellt am 09.Mär.2017 | 09:57 Uhr

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