zur Navigation springen

Stadtplanung in Flensburg : Massiver Protest gegen Tarup-Bauten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bis zu fünf Geschosse sind in im Baugebiet am Bahndamm geplant - Einwendungen der Bürger werden zurückgewiesen.

Gegen die von der Stadt geplante Verdreifachung der Zahl der Wohneinheiten für ein Baufeld in Tarup-Südost (Bebauungsplan Nr. 255) gibt es eine Fülle von Einwendungen betroffener Bürger. Am Dienstag kommt es zum Schwur: Dann braucht die bereits zweite Änderung dieses B-Plans eine Mehrheit im Umwelt- und Planungsausschuss, danach auch noch in der Ratsversammlung.

Es gibt 23, zum Teil sehr detaillierte und ausführliche Einwendungen, von denen einige jedoch wortgleich sind. Ihnen allen ist der Kommentar der Stadtverwaltung gemein: „Der Stellungnahme wird nicht gefolgt“, steht neben den Ausführungen der Bürger. Fast alle wenden sie sich gegen die im Vergleich zur Ursprungsplanung deutlich erhöhte Geschosszahl: Statt, wie 2015 noch geplant, hier 90 Einfamilienhäuser zu bauen wie in den anderen Bauabschnitten dieses Quartiers, sollen jetzt nur noch 34 Gebäude errichtet werden, von denen einige jedoch vier oder sogar fünf Vollgeschosse haben dürfen. Die Zahl der auf diese Weise ermöglichten Wohnungen verdreifacht sich auf 270.

Es handelt sich um das vorerst letzte große Baugebiet in Tarup-Südost, es liegt südöstlich des Bahndamms; im Nordosten wird es durch die sich hier schlängelnde Adelbybek, im Südosten von der Hochfelder Landstraße begrenzt. Der mitten durch das Gelände verlaufende Knick soll erhalten bleiben. Es gibt eine zentrale Erschließungsstraße mit Wendehammer. Meist werden zwei Häuser versetzt und unterschiedlich hoch zu einem Paar zusammen gefügt. Auf diese Weise sollen attraktive Wohnhöfe entstehen. Das alles interessiert die Nachbarn auf der anderen Seite des Bahndamms, aber auch in Hochfeld und in dem bereits fertig gestellten Gebiet am Fitisring nicht. „Fünfgeschosser als erster Eindruck, wenn man von Angeln in die Stadt kommt, stellen einen Rückschritt in den Städtebau der 60er Jahre dar und erinnern eher an Kiel-Mettenhof als an eine geordnete städtebauliche Entwicklung“, wettert ein Anlieger des Fliederbogens. Ein anderer befürchtet einen Wertverlust seines Grundstücks durch die neuen „Hochhäuser“ als Nachbarn. Ein dritter befürchtet eine erheblich größere Lärm -und Abgasbelastung durch weit mehr Autos bei 270 Wohnungen. Ein weiterer Bürger bemüht das Netz: „Selbst in der weltweit größten Online-Bibliothek Wikipedia wird Tarup als „der dörflichste Stadtteil Flensburgs und durch landwirtschaftlich genutzte Felder von allen anderen Stadtteilen räumlich getrennt“ bezeichnet.

Beklagt wird auch hier – wie in anderen Stadtvierteln – die Nichtbeteiligung betroffener Anlieger: „Eine Änderung von Eingeschossigkeit zu 5+1-Geschossigkeit ohne vorherige Bürgerbeteiligung ist nicht akzeptabel. Umfragen unter den jetzigen Immobilienbesitzern zeigen zudem eine Tendenz von 100 zu 4 gegen die geplante Maßnahme.“

zur Startseite

von
erstellt am 18.Mär.2017 | 11:19 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen